Bern, Zürich und Lausanne

Der zweitägige Staatsbesuch François Hollandes in der Schweiz ist laut einem seiner Berater «wichtig, umfassend und reichhaltig». Der französische Präsident lässt sich gleich von sechs Ministerinnen und Ministern begleiten.

Stefan Brändle
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Der zweitägige Staatsbesuch François Hollandes in der Schweiz ist laut einem seiner Berater «wichtig, umfassend und reichhaltig». Der französische Präsident lässt sich gleich von sechs Ministerinnen und Ministern begleiten. Er will vor allem drei Themen anschneiden: Schweizer Investitionen in Frankreich, Ökowirtschaft und Berufsbildung. All dies soll dazu beitragen, die lahmende Konjunktur Frankreichs anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Dass Hollande überhaupt in die Schweiz kommt, hat auch mit der Entspannung an der Fiskalfront zu tun. Seitdem Bern den automatischen Informationsaustausch in Steuerfragen akzeptiert hat, ist die Linksregierung in Paris bedeutend besser auf die Schweiz zu sprechen. Frankreich, dessen Stimme in Brüssel Gewicht hat, ist laut dem Elysée-Berater bereit zu einer «Lösung», was ein bilaterales Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz anbelangt.

Hollande wird nach seiner Ankunft in Bern am Mittwochnachmittag vor allem Gespräche mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga führen. Danach gibt er eine Pressekonferenz und trifft im Zentrum Paul Klee Vertreter der französischen Gemeinschaft. Abends findet zu seinen Ehren ein Galadiner im Bernerhof statt. Am Donnerstag besucht Hollande in Hedingen die Metallbaufirma Ernst Schweizer AG. An der Zürcher Hochschule der Künste trifft er sich mit Studenten, dann mit Investoren. Nach dem Mittagessen im Zug besucht er die ETH Lausanne und das Swiss Tech Convention Center, wo er gerne Bertrand Piccard treffen würde. Nach Abschluss der Staatsvisite wird der französische Staatschef noch dem Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne seine Aufwartung machen.

Nicht auf der offiziellen Traktandenliste stehen umstrittene Fragen wie die französischen Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerflucht gegen die Grossbank UBS, die sich über ein «politisiertes» Verfahren in Frankreich beklagt, und der Verkauf des Schweizer Unternehmens Sika an den französischen Konzern Saint-Gobain.

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