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USA und Saudi-Arabien gehen im Fall Khashoggi auf Konfrontation

In der Affäre um den vermissten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat sich am Wochenende der Ton zwischen Washington und Riad verschärft: Saudi-Arabien drohte im Fall möglicher Sanktionen mit Vergeltung.
Protestierende halten Poster mit dem Bild des verschwundenen Saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hoch. (Bild: Chris McGrath/Getty (Istanbul, 8. Oktober 2018))

Protestierende halten Poster mit dem Bild des verschwundenen Saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hoch. (Bild: Chris McGrath/Getty (Istanbul, 8. Oktober 2018))

(sda afp dpa) Das Königreich werde «jedwede Massnahme mit einer grösseren beantworten», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag eine amtliche Quelle. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine «schwere Strafe» angedeutet.

Das Königreich lehne jeglichen Versuch ab, durch Androhungen wirtschaftlicher Sanktionen oder politischen Drucks geschwächt zu werden, hiess es in Riad.

Wegen des Verdachts, dass Riad den Regierungskritiker Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermorden liess, waren zahlreiche westliche Unternehmen auf Distanz gegangen. Selbst Firmen, die den Reformkurs des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman unterstützen, sagte ihre Teilnahme an einem Wirtschaftsgipfel Ende Oktober ab - darunter etwa der britische Milliardär Richard Branson und der Vorstandsvorsitzende des Fahrdienstes Uber, Dara Khosrowshahi.

Berlin, Paris und London wollen Aufklärung

Die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens forderten Saudi-Arabien eindringlich auf, das Verschwinden Jamal Khashoggis aufzuklären. «Wir nehmen diesen Vorfall überaus ernst», hiess es in einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Die Verteidigung der freien Meinungsäusserung und einer freien Presse sowie die Gewährleistung des Schutzes von Journalisten stellten für die drei Länder «zentrale Prioritäten» dar.

Trump hält Khashoggi für tot

US-Präsident Trump deutete am Samstag an, dass er den vermissten saudiarabischen Journalisten für tot hält. Nach Khashoggis Verschwinden habe noch die Hoffnung bestanden, ein Lebenszeichen zu erhalten, sagte Trump in Washington. «Das war unsere erste Hoffnung, unsere erste Hoffnung war es, dass er nicht getötet wurde, aber vielleicht sieht es nicht allzu gut aus», fügte der Präsident hinzu.

Von Khashoggi fehlt seit seinem Besuch im saudiarabischen Konsulat in Istanbul am 2. Oktober jede Spur. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Regierungskritiker dort von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad bestreitet dies, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass der damals 59-jährige Khashoggi das Gebäude lebend verliess.

Die Türkei warf Saudi-Arabien am Samstag vor, bei den Untersuchungen nicht ausreichend zu kooperieren. Aussenminister Mevlüt Cavusoglu forderte Riad erneut auf, türkischen Ermittlern Zugang zum Konsulat in Istanbul zu verschaffen.

Angebliche Videoaufnahmen vom Mord

Vor seinen Äusserungen im Weissen Haus hatte Trump bereits deutlich gemacht, dass aus seiner Sicht Saudi-Arabien, ein wichtiger Verbündeter der USA, für das Verschwinden Khashoggis verantwortlich sein könnte. «Könnten sie es sein? Ja», sagte Trump in der CBS-Sendung «60 Minutes». «Wir werden der Sache auf den Grund gehen und es wird eine schwere Strafe geben.»

Laut US-Zeitung «Washington Post» informierten türkische Regierungsvertreter US-Vertreter über Audio- und Videoaufnahmen, auf denen zu sehen und zu hören sei, wie Khashoggi in dem saudiarabischen Konsulat in Istanbul verhört, gefoltert und ermordet worden sei. Anschliessend sei seine Leiche zerteilt worden, berichtete das Blatt, für das Khashoggi seit seiner Flucht aus seiner Heimat vergangenes Jahr Kolumnen geschrieben hatte.

Kurseinbruch an Börse

Saudi-Arabiens Börse erlebte am Sonntag einen schlimmen Kurseinbruch. Die Aktien sackten zwischenzeitlich um sieben Prozentpunkte ab.

Der Leitindex Tasi fiel am Mittag unter die wichtige Grenze von 7000 Punkten und machte damit alle Kursgewinne seit Jahresbeginn zunichte. Auch wenn sich die Kurse wieder etwas erholten, handelte es sich immer noch um die schlimmsten Kurseinbrüche innerhalb eines Tages seit drei Jahren.

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