Berlin bestellt Botschafter ein

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Deutschland/Türkei Nach der Inhaftierung eines Deutschen und fünf weiterer Menschenrechtsaktivisten in der Türkei ist der türkische Botschafter ins Aussen­ministerium zitiert worden. Man habe ihm «klipp und klar» gesagt, dass die Verhaftungen nicht nachvollziehbar und vermittelbar seien, sagte ein Ministeriumssprecher gestern in Berlin. Im Gespräch habe der Botschafter zugesichert, die deutsche Forderung nach einer unverzüglichen Freilassung an seine Regierung zu übermitteln.

Aussenminister Sigmar Ga­briel bricht wegen der Verhaftungen seine Ferien ab, wie der Sprecher sagte. Gabriel werde heute in Berlin sein und wolle sich zu der Krise äussern, hiess es. Re­gierungssprecher Steffen Seibert sagte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im ständigen Kontakt mit dem Aussenministerium stehe. Er forderte die «unverzügliche Freilassung» des Deutschen und plädierte dafür, dass die EU-Kommission Zahlungen an die Türkei «im Lichte der jüngsten Ereignisse» überprüft.

Die Türkei hatte vor einigen Tagen mit der Inhaftierung von Peter Steudtner und fünf ­weiteren Personen international grosse Empörung ausgelöst. Gegen ihn war am Dienstag zusammen mit vier türkischen und einem schwedischen Menschenrechtsaktivisten Untersuchungshaft verhängt worden. (sda)