Bentleys für saudische Piloten

RIAD. Mit einer Mitteilung auf Twitter hat der saudische Multimilliardär Prinz al-Walid ibn Talal gestern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

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RIAD. Mit einer Mitteilung auf Twitter hat der saudische Multimilliardär Prinz al-Walid ibn Talal gestern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. «Um die 100 (am Jemen-Krieg) teilnehmenden saudischen Piloten zu würdigen, ist es mir eine Freude, sie mit 100 Bentleys zu beschenken», twitterte der reichste Mann in der arabischen Welt. Das Geschenk sollte die Piloten zu noch grösserer Anstrengung ermutigen und die «nationale Entschlossenheit» stärken.

Doch dem Prinzen schlug in den sozialen Medien sofort eine Welle von Spott und Kritik entgegen. «Sie belohnen Piloten für die Tötung moslemischer Kinder. Dafür sollten Sie sich schämen», twitterte Saadiq aus Sanaa. Und ein Hamza Malik fragte, warum der Prinz «dem leidgeprüften jemenitischen Brudervolk nicht einmal einen Krankenwagen spendiert». Selbst Saudis ging der Zynismus des Milliardärs zu weit. Sie warfen ihm vor, die vielen zivilen Opfer des Jemen-Krieges «zu verhöhnen» und mit Luxusgeschenken den «Kreislauf von Gewalt und Aggression weiter anzufachen».

Nach knapp einer Stunde löschte Prinz Walid seinen «Tweet». (M. Wr.)