Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Beben in Unionsfraktion - Brinkhaus stürzt Kauder - Schlappe für Kanzlerin Merkel

Die deutsche Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel muss bei der Wahl des Unions-Fraktionsvorsitzenden überraschend eine Schlappe hinnehmen. Ralph Brinkhaus wurde am Dienstag zum neuen Vorsitzenden der Unions-Fraktion im Bundestag gewählt.
Neuer Vorsitzender der Unionsfraktion: Ralph Brinkhaus. (Bild: Clemens Bilan / EPA (Berlin. 25. September))

Neuer Vorsitzender der Unionsfraktion: Ralph Brinkhaus. (Bild: Clemens Bilan / EPA (Berlin. 25. September))

Der 50-jährige Finanz- und Haushaltspolitiker setzte sich bei der geheimen Wahl gegen Amtsinhaber Volker Kauder durch, hinter den sich Merkel gestellt hatte. Für Brinkhaus stimmten nach Angaben von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt 125 Parlamentarier, für Kauder 112. Es gab zwei Enthaltungen.

Kauder war der offizielle Kandidat sowohl von Merkel als auch von CSU-Chef Horst Seehofer. Auch Dobrindt unterstützte den Baden-Württemberger. Die Abstimmung galt daher auch als Test für die Autorität der drei Spitzenpolitiker.

Kauders Sturz gilt vor allem als Schwächung für Merkel. "Das ist ein Aufstand gegen Merkel", twitterte der SPD-Politiker und stellvertretende Bundestagspräsident Thomas Oppermann.

"Neuer Aufbruch"

Der CSU-Politiker Hans Michelbach erklärte: "Die Fraktion hat mehr Lust auf Teilhabe und eine Stärkung der Regierungsarbeit." Die Wahl von Brinkhaus sei ein Zeichen "für einen neuen Aufbruch".

Der CDU-Politiker Gunther Krichbaum sagte: "Das war natürlich ein Beben in der Fraktion, gar keine Frage." Brinkhaus habe förmlich für den Fraktionsvorsitz gebrannt. Auch Krichbaum sprach von einem Signal des Aufbruchs, das die Fraktion senden wollte.

Der aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück stammende Brinkhaus hat sich als Finanz- und Haushaltsexperte der Fraktion einen Namen gemacht und präsentierte sich in den vergangenen Wochen als Alternative zu Kauder.

In einer kurzen Erklärung direkt nach seiner Wahl sagte Brinkhaus, jetzt gehe es darum, ganz schnell wieder zur Arbeit zurückzukehren. "Dann sind wir morgen auch wieder dabei, das zu tun, was die Menschen von uns erwarten, nämlich an der Sache zu arbeiten." Er freue sich riesig über das Wahlergebnis.

Dobrindt gratulierte Brinkhaus bei dem gemeinsamen Auftritt im Reichstag "ganz ausdrücklich". Beide dankten Kauder für dessen Arbeit als Fraktionschef während der vergangenen 13 Jahre.

Image eines Erfüllungsgehilfen

Kauder haftete das Image an, er sei mehr Erfüllungsgehilfe der Kanzlerin als Chef einer selbstbewussten Unionsfraktion, die sich notfalls auch einmal gegen die Bundesregierung stellt. Ganz bewusst hatte Brinkhaus deshalb mehr Eigenständigkeit der Fraktion und neue Impulse angemahnt.

Merkel, Seehofer und Dobrindt wurde zuletzt vorgeworfen, für den heftigen Unions-Streit vor der Sommerpause hauptverantwortlich zu sein, der fast die Fraktionsgemeinschaft beendet hätte. Zuletzt sorgte die Personalie um den bisherigen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maassen für Unruhe in der Fraktion.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.