Baden-Württemberg
Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel macht Armin Laschet Dampf: «Wir müssen auf über 30 Prozent kommen!»

Armin Laschet ist drei Tage vor der Bundestagswahl in Süddeutschland zu Gast. Am Rande der Veranstaltung sagt eine CDU-Legende aus dem Süden im Interview, was in den letzten Tagen vor der Wahl noch möglich ist - und was nicht.

Fabian Hock, Villingen-Schwenningen
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Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel (r) im Gespräch mit CH Media: Das CDU-Urgestein aus Süddeutschland glaubt noch an Armin Laschet.

Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel (r) im Gespräch mit CH Media: Das CDU-Urgestein aus Süddeutschland glaubt noch an Armin Laschet.

fho

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wirft auf der Zielgerade des Wahlkampfs noch einmal alles in die Waagschale. Bei einem seiner letzten Auftritte vor der Bundestagswahl im süddeutschen Villingen-Schwenningen schiesst Laschet besonders scharf gegen die Grünen. Über Angela Merkel verliert er dagegen kein einziges Wort.

Unter den Ehrengästen der Veranstaltung war Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Erwin Teufel, 82. Er regierte das Bundesland fast so lange wie Merkel in Berlin - ganze 14 Jahre, von 1991 bis 2005.

Im Anschluss an Laschets Rede zog Teufel im Gespräch mit dieser Zeitung eine kleine Bilanz des bisherigen Wahlkampfs. Die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis hat er trotz miserabler Umfragewerte noch nicht aufgegeben.

Wie fanden Sie den Auftritt von Armin Laschet?

Ich fand seine Rede gut. Kämpferisch, aber auch sehr argumentationsstark, und ohne Gegner zu beschimpfen. Laschet hat Zukunftsprobleme aufgezeigt, die gelöst werden müssen. Es ist nicht leicht, auf einem offenen Platz zu argumentieren. In einem Saal ist das deutlich einfacher.

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel reiste regelmässig in die Schweiz - hier 2003 bei einem Auftritt in Wettingen AG.

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel reiste regelmässig in die Schweiz - hier 2003 bei einem Auftritt in Wettingen AG.

Alex Spichale / THE

Was geht Ihnen durch den Kopf wenn Sie daran denken, dass Ihre CDU heute in Umfragen bei gerade mal noch 25 Prozent liegt?

Wir müssen auf über 30 Prozent kommen, damit wir sicher regieren können!

Halten Sie das noch für möglich?

Ich halte es für denkbar.

Wir sind in den letzten Tagen vor der Wahl. Was müsste passieren, dass die Union das noch schafft?

In den letzten paar Tagen kann man höchstens Fehler machen, nicht mehr so viele Prozente dazugewinnen. Die Meinungsbildung der Bürger ist ein längerer Prozess. In den Stunden vor der Wahl ist nicht mehr so viel gut zu machen. Die Bürger müssen merken, dass jemand regieren und nicht nur argumentieren kann.

Hätte es Markus Söder besser gemacht als Armin Laschet?

Ich bin überhaupt nicht dieser Meinung. Ich möchte beide auch nicht gegeneinander ausspielen. Als Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte ich immer ein enges Verhältnis zu allen bayrischen Amtskollegen, genau wie zu führenden Bundespolitikern.

Wie sehen Sie heute das Verhältnis zur Schweiz?

Jeder von uns im Süden Baden-Württembergs hat ein enges Verhältnis zur Schweiz. Ich habe immer zu allen Kantonen, die an Baden-Württemberg grenzen, Kontakt gehalten. Natürlich auch zur Regierung in Bern. Bei grösseren Jubiläen war ich regelmässig in der Schweiz – und habe auch jeden Tag eine Schweizer Zeitung gelesen.

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