Queen verbietet Harry und Meghan «Sussex Royal»-Titel – dessen Markenwert liegt bei 1,2 Milliarden Euro

Das Herzogen-Paar hat sich im Januar dazu entschieden, keine aktiven Mitglieder der Royal Family mehr sein zu wollen. Der Buckingham Palace soll nun einschneidende Konsequenzen gezogen haben.

Kevin Capellini
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Das Londoner Wachsfigurenkabinett hat die Figuren von Harry und Meghan aus der royalen Ecke entfernt und diese gesondert positioniert.

Das Londoner Wachsfigurenkabinett hat die Figuren von Harry und Meghan aus der royalen Ecke entfernt und diese gesondert positioniert.

Keystone

Der Rücktritt der Sussex Royals auf der Königsfamilie im vergangenen Januar sorgte weltweit für Schlagzeilen – und in Grossbritannien für Unverständnis. Mehr Eigenständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit, sagten Harry und Meghan, sei ihr Wunsch. Sie wollen kein aktiver Teil der königlichen Familie mehr sein.

Den Titel «Sussex Royal» (also das königliche Herzogenpaar zu Sussex) wollten Harry und Meghan jedoch behalten, und liessen ihn sogar als Markenname eintragen. Denn der geschätzte Markenwert des Titels beträgt 1,2 Milliarden Euro. Ein elementarter Wert, um ein eigenes Charity-Empire aufzubauen, wie es das Paar eigentlich beabsichtigte.

Wie Recherchen der britischen Zeitung The Daily Mail zeigen, stoppt die Queen nun aber die Pläne von Harry und Meghan – mit wohl verheerenden finanziellen Konsequenzen: Die beiden dürfen den royalen Titel nicht mehr verwenden. Wie die Zeitung schreibt, seien Queen Elizabeth II und ihr Kronrat nicht mit den Plänen von Harry und Meghan einverstanden, dass Privatpersonen einen königlichen Adelstitel für finanzielle und persönliche Zwecke verwenden wollen.

Die Queen hatte kaum eine andere Wahl

Etwas, das Harry und Meghan während der letzten Monate mit grossem Elan taten. Das Paar eröffnete eine eigene kommerzielle Website sowie einen Instagram-Account, liess den Titel «Sussex Royal» beim britischen Patentamt unter der Trade-Mark-Nummer UK00003408516 eintragen und begann damit, Merchandisingprodukte wie T-Shirts oder Hoodies markenrechtlich schützen und produzieren zu lassen.

Nach Ansicht des Buckingham Palace geht das nicht, wie ein Palast-Insider der Zeitung sagt. Die Queen sei sehr empört über dieses Ansinnen und habe die Nutzung des Namens untersagt. Nach dem Ausstieg aus dem Königshaus hätten die beiden kein Anrecht mehr auf das Wort Royal.

«Solange sie keine öffentlichen Verpflichtungen übernehmen und stattdessen Werbemöglichkeiten nachgehen, können sie sich nicht einfach als Royals bezeichnen.»

Ein Palast-Insider sagt dazu: «In vielerlei Hinsicht war das unvermeidlich, nachdem sie sich entschieden haben, zurückzutreten, aber es muss für das Paar bestimmt wie ein Schock gewesen sein, wo sie doch schon alles in die Marke Sussex Royal investiert haben. Die Queen hatte dabei jedoch kaum eine andere Wahl.»

Denn solange sie keine öffentlichen Verpflichtungen übernehmen und stattdessen anderen Werbemöglichkeiten nachgehen würden, könnten sie sich nicht einfach als Royals bezeichnen, schreibt die Zeitung weiter.

Muss umbenannt werden: Die offizielle Seite des Herzogs und der Herzogin von Sussex: Die Sussex Royals.

Muss umbenannt werden: Die offizielle Seite des Herzogs und der Herzogin von Sussex: Die Sussex Royals.

Screenshot sussexroyal.com

Viel Geld ausgegeben – für nichts

Für das Herzogspaar dürfte diese Nachricht mehr als ernüchternd sein. Nicht nur müssen die beiden nun ihre Kanäle und die Website umbenennen, auch dürfen sie ihren Titel nicht mehr verwenden. Auch die als Marke eingetragene Charity «Sussex Royal, The Foundation of the Duke and Duchess of Sussex» muss nun geändert werden.

Die Erstellung des Brands habe Harry und Meghan mehrere 10'000 Pfund gekostet, die nun für nichts ausgegeben worden seien. Auch verliert das Paar mit dem prestigeträchtigen Titel einen Grossteil ihres Markenwerts, der die angeheizte und unklare Debatte über die genaue Finanzierung des Paars weiter anheizen und verkomplizieren dürfte.

Für Harry und Meghan ist dies bereits das dritte Mal, dass der Buckingham Palace dem Paar – wohl gerechtfertigt – einen Strich durch die Rechnung macht: Im Januar hat die Queen entschieden, dass die beiden ihre HRH-Titel (seine/ihre königliche Hoheit) abgeben müssen und auch keine «Teilzeit-Royals» sein dürfen, wie es sich Harry und Meghan eigentlich gewünscht hätten.

Dies hat zur Folge, dass das Paar auf lange Sicht keinen Anspruch mehr auf königliche Unterstützungsgelder aus Grossbritannien hat.

Der Entscheid der Queen: Die The Daily Mail bezieht sich in ihrer Recherche auf Aussagen und Dokumente aus dem Buckingham Palace. Eine öffentliche Medienmitteilung durch die Queen, genannt «Royal Communications», ist jedoch noch nicht erfolgt. Diese wird während der kommenden Tage erwartet. Angeblich soll es aber bereits zu einer schriftlichen Einigung gekommen sein, dass Harry und Meghan ihren Sussex Royal-Titel nicht mehr verwenden werden.