Auch in Algerien brodelt es politisch weiter

Madrid. Springt der arabische Aufstand bald auch auf das an Tunesien grenzende Algerien über? Es brodelt dort jedenfalls derart heftig, dass es fast täglich zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei kommt.

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Madrid. Springt der arabische Aufstand bald auch auf das an Tunesien grenzende Algerien über? Es brodelt dort jedenfalls derart heftig, dass es fast täglich zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei kommt. Gerade erst lieferten sich Tausende von Studenten und Polizei-Hundertschaften eine heftige Strassenschlacht in der Hauptstadt Algier. Nach Angaben algerischer Tageszeitungen wurden dabei mindestens 170 Menschen verletzt.

Auch in Algerien ist die Frustration vor allem der breiten jungen Generation gross, weil der Reichtum des Erdgas-Staates bei ihnen nicht ankommt und das Regime Bouteflika Demokratie- und Reformversprechen bisher nicht umsetzte. Der jüngste Protest entzündete sich an den schlechten Studienbedingungen und Berufsaussichten der Studenten, die mehr Stipendien und Arbeitsplätze forderten. Im Laufe des Marsches, den die Polizei von Beginn an attackierte, wurden immer mehr regimefeindliche Parolen laut wie «Mörderregime» und «Bouteflika hau ab!».

Der 74jährige Staatschef Bouteflika gilt als ziviles Gesicht eines Militärregimes, das Algerien seit Jahrzehnten eisern regiert. Auch wenn er kürzlich den Ausnahmezustand aufhob, der zwei Jahrzehnte das öffentliche Leben einschränkte, sind Demonstrationen in Algier weiter verboten. (ze)

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