Frankreich

Attentäter von Toulouse wurde von Scharfschützen erschossen

Der geständige Serienattentäter von Toulouse ist tot. Die Polizei drang am Donnerstag in die Wohnung von Mohammed Merah ein, in der er sich 32 Stunden lang verschanzt gehalten hatte. Dort prüften die Polizisten zunächst mit Video-Robotern jedes Zimmer.

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Der mutmassliche Attentäter Mohammed M. hält Frankreich in Atem
13 Bilder
Innenminister Claude Gueant (mitte) auf dem Weg zur Pressekonferenz
Teile der französischen Spezialeinheit RAID vor Ort
Angehörige des forensischen Dienstes sichern die Spuren
Ein Mitglied der Spezialeinheit unterhält sich mit der Feuerwehr
Undatiertes Bild von Mohammed M.
Video zeigt den Gotteskrieger Mohammed M. in einem BMW
Polizisten der Spezialeinheit Raid machen sich bereit
Journalisten warten in der Nähe der Wohnung des Attentäters
Die Polizei riegelt das Gelände ab
Journalisten und Schaulustige beobachten das Geschehen aus der Distanz
Die Polizei eskortiert Passanten Weg vom Schauplatz
Der Attentäter hatte sich im Quartier Croix-Daurade verschanzt

Der mutmassliche Attentäter Mohammed M. hält Frankreich in Atem

Keystone

Als sie das Bad filmen wollten, sei der Mann herausgerannt und habe "mit äusserster Gewalttätigkeit" um sich geschossen, sagte Innenminister Claude Guéant. Die Polizei erwiderte das Feuer.

Nach einem mehrminütigen Schusswechsel sprang der Mann aus dem Fenster, feuerte jedoch mit der Waffe in der Hand weiter. Dabei wurde er von Scharfschützen mit einem Schuss in den Kopf erschossen, wie der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins vor Journalisten sagte. Ein Polizist wurde bei dem Schusswechsel am Bein verletzt, ein zweiter erlitt einen Schock.

Zermürbungstaktik ohne Erfolg

Die Polizei hatte den Mann in der Nacht zum Mittwoch aufgespürt und belagerte seither das Haus. Guéant sagte, der Verdächtige habe beim letzten Kontakt mit der Polizei am Mittwochabend erklärt, nicht aufgeben zu wollen, und mit der Tötung von Polizisten gedroht habe.

Die Polizei hatte versucht, den Mann mit mehreren Explosionen zu zermürben. Seit dem frühen Donnerstag gab es von Merah kein Lebenszeichen mehr. Wegen der "extremen Gefahr", die von dem Verdächtigen ausgegangen sei, wurde die Stürmung beschlossen. Guéant hatte angeordnet, den 23-Jährigen möglichst lebend zu fassen, um ihn vor Gericht zu stellen.

Merah sei in legitimer Selbstverteidigung erschossen worden, sagte Molins weiter. Im Wagen des Franzosen mit algerischen Wurzeln seien zwei Maschinenpistolen sowie zwei Faustfeuerwaffen gefunden worden. Neben der Untersuchung der bisherigen Spuren werde nun nach weiteren möglichen Komplizen gesucht.

Molins gab weiter bekannt, dass der 23-Jährige alle seine Bluttaten gefilmt hatte. Sie seien auf den entdeckten Videofilmen erschreckend deutlich zu erkennen.

Keinerlei Reue

Merah hatte sich dazu bekannt, in den vergangenen Tagen im Grossraum Toulouse sieben Menschen erschossen haben, darunter drei Kinder. Er gab in Gesprächen mit der Polizei an, Mitglied des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida zu sein.

Er zeigte nach Angaben von Molins "keinerlei Reue", vielmehr bedauerte er, dass er nicht noch mehr Menschen habe töten können. Merah plante auch, einen weiteren Soldaten sowie zwei Polizisten zu töten.