Attentat auf Aussenminister Israels vereitelt

JERUSALEM. Mit einer Panzerabwehrrakete, die auf sein Auto abgefeuert werden sollte, wollten Hamas-Kämpfer den israelischen Aussenminister Avigdor Lieberman töten.

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JERUSALEM. Mit einer Panzerabwehrrakete, die auf sein Auto abgefeuert werden sollte, wollten Hamas-Kämpfer den israelischen Aussenminister Avigdor Lieberman töten. Wie der israelische Inlandnachrichtendienst Shin Bet am Donnerstag mitteilte, plante die vierköpfige Terrorzelle aus der Umgebung von Bethlehem den Mordanschlag im Sommer. Ziel war anscheinend, Druck auf Israel auszuüben, die Offensive im Gaza-Streifen zu beenden. Der «Shin Bet» hatte vier Palästinenser festgenommen und verhört, drei von ihnen sollen geständig sein. Die Hamas-Führung in Gaza bestritt, einen Mordanschlag in Auftrag gegeben zu haben.

Kaum Attentate auf Politiker

Gezielte Anschläge auf Politiker sind untypisch für die Islamisten, die meist mit Sprengstoffattentaten oder Raketen willkürlich israelische Zivilisten angreifen. In den letzten 20 Jahren hat es in Israel nur zwei gezielte Mordanschläge auf Politiker gegeben. Im November 1995 starb Regierungschef Yitzhak Rabin durch die Hand eines jüdischen Extremisten, und sechs Jahre später töteten vier Aktivisten der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) den früheren israelischen Tourismusminister Rechawam Seewi.

Verdächtiger Kauf

Lieberman wohnt in der Siedlung Nokdim bei Bethlehem, er gilt als Hardliner in der Regierung. Die drei geständigen Verdächtigen sollen erklärt haben, die Gewohnheiten Liebermans und seine Fahrten von Nokdim nach Jerusalem erkundet zu haben. Anscheinend verriet der versuchte Kauf einer Panzerabwehrrakete das Komplott. Die Hamas ist im Westjordanland geschwächt, seit die palästinensische Polizei der Autonomiebehörde von Präsident Abbas bei der Sicherheit mit der Armee kooperiert. Israel und die Fatah-nahe Palästinenserführung hatten 2007 die Kooperation vereinbart. Diese ist bis heute einer der Hauptstreitpunkte zwischen Hamas und Fatah. (S. K.)