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Anschlag auf Fussballfans vereitelt

Bei einer Terror-Razzia in der Region Brüssel wurden mehrere Männer verhaftet. Laut Medien hatten sie ein Attentat auf ein Public Viewing des EM-Spiels Belgien – Irland geplant.
Remo Hess
In Belgien gilt weiter die zweithöchste Terrorwarnstufe. (Bild: JULIEN WARNAND (EPA))

In Belgien gilt weiter die zweithöchste Terrorwarnstufe. (Bild: JULIEN WARNAND (EPA))

BRÜSSEL. Soldaten, Polizei, Minenräumkommando, gestern nachmittag wurde der Brüsseler Hauptbahnhof kurzfristig zur Sperrzone. Grund: zwei stehengelassene Koffer vor der Halle mit den Gepäckschliessfächern. Rund eine Stunde später kam die Entwarnung. Der Vorfall zeigt: Auch knapp drei Monate nach den verheerenden Selbstmordanschlägen auf den Flughafen Zaventem und die Metrostation Maelbeek, bei denen 32 Menschen getötet und über 300 verletzt wurden, ist die Terrorgefahr in der belgischen Hauptstadt nicht gebannt.

Zwölf Verhaftungen

Wie konkret die Behörden die Bedrohungslage einschätzen, lässt sich an einer grossangelegten Razzia in der Nacht auf Samstag erahnen. Dutzende Hausdurchsuchungen in der Region Brüssel und insgesamt 16 belgischen Städten führten zu zwölf vorübergehenden Verhaftungen. Total wurden 40 Personen vernommen. Laut Staatsanwaltschaft sei ein «sofortiges Eingreifen» nötig gewesen. Aus abgehörten Telefonaten ging hervor, dass Vorbereitungen für eines oder mehrere Attentate im Gange waren.

Medienberichten zufolge sei ein Anschlag auf den Treffpunkt für Fussballfans auf der Place Rogier während des EM-Spiels Belgien – Irland vom Samstagnachmittag geplant gewesen. Von den Verhafteten wurden drei Personen definitiv in Haft gesetzt, allesamt belgische Staatsangehörige. Ihnen wird «versuchter terroristischer Mord» und die «Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung» vorgeworfen. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk RTBF berichtet, sollen zwei der Männer mit zwei der Selbstmordattentäter vom 22. März direkt verwandt sein. Zudem seien sie der Polizei bekannt. Die beiden wurden für Delikte wie Raub, Waffenbesitz und Körperverletzung verurteilt. Die Terrorwarnstufe bleibt in Belgien weiterhin auf Stufe «Gelb», dem zweithöchsten von insgesamt vier Niveaus. Das bedeutet, dass Anschläge «möglich» und «wahrscheinlich» sind. Premierminister Charles Michel hat nach einer Sitzung mit dem nationalen Sicherheitsrat am Freitag veranlasst, dass weiche Ziele wie EM-Veranstaltungen oder Einkaufscenter noch mehr von der Polizei und Armee bewacht werden als jetzt schon.

Verstärkter Personenschutz

Auch exponierte Personen erhalten verstärkten Personenschutz. So wurden dem Premierminister Charles Michel, Aussenminister Didier Reynders, Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Goeens und ihren Familien zusätzliche Leibwächter zur Seite gestellt.

Erst vor einigen Tagen berichteten verschiedene belgische Tageszeitungen gestützt auf Geheimdienstinformationen, dass sich mehrere Jihadisten von Syrien nach Belgien und Frankreich auf den Weg gemacht hätten, um Anschläge zu verüben. Eine offizielle Bestätigung für diese Meldung blieb jedoch aus.

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