Neuseeland
Anklage erhoben: Christchurch-Attentäter kommt wegen 50-fachen Mordes vor Gericht

Dem mutmasslichen Attentäter von Christchurch soll wegen 50-fachen Mordes der Prozess gemacht werden. Knapp drei Wochen nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Grossstadt gab Neuseelands Polizei am Donnerstag die Anklagepunkte bekannt.

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Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.
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Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.
Trauernde vor einem Spital in Christchurch.
Eine Frau, die beim Attentat ihren Ehemann verlor, ist fassungslos.
Blumenmeer von Trauernden in Christchurch.
Diese Nachricht wurde vor dem Spital in Christchurch niedergelegt.
«Das ist nicht Neuseeland»: Vor der Al Noor Masjid Moschee in Christchurch haben Trauernde Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.
Am Tag nach dem Attentat ist Tarrant vor Gericht erschienen.
Blumenmeer für die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Forensiker vor der Al Noor Masjid-Moschee in Christchurch.
Vorbild für Brenton Tarrant: Der norwegische Massenörder Anders Breivik.
Ebenso Vorbild für Brenton Tarrant: Radovan Karadzic, serbischer Kriegsverbrecher.
Die Masjid Al Noor Mosque-Moschee in Christchurch.
Sicherheitskräfte riegelten nach der Tat die komplette Innenstadt von Christchurch ab,
Neuseeländische Medien berichteten von Dutzenden Toten und Verletzten: Um 9.30 Uhr lag die Zahl der Todesopfer bei 49.
Rechter Terror in Neuseeland: Ein Mann weint, als er die Schreckensnachricht am Telefon erzählt.
Die Sicherheitskräfte gaben bekannt, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien.
Es handele sich um drei Männer und eine Frau.
Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von einem der Täter stammen.
Dies ist ein weiterer Screenshot aus dem Video.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Die sozialdemokratische Politikerin sprach von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes.
Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigt, dass einer der Täter ein Australier ist. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden, sagte Morrison er.
Zeugen eines Anschlags werden von der Polizei eskortiert.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.

Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.

KEYSTONE/EPA SNPA POOL/MARTIN HUNTER / POOL

Demnach lautet der Vorwurf bezüglich aller 50 getöteten Kinder, Frauen und Männer auf Mord. Zudem wurde gegen den 28-jährigen Rechtsextremisten aus Australien Anklage wegen versuchten Mordes in 39 Fällen erhoben. Wann genau der Prozess beginnt, ist noch offen.

An diesem Freitag soll der ehemalige Fitness-Lehrer Brenton Tarrant vor einem Richter in Christchurch zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Allerdings wird der 28-Jährige dazu nicht persönlich erscheinen, sondern über eine Video-Leitung zugeschaltet.

Der Australier war kurz nach seiner Festnahme in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Auckland gebracht worden. Dort sitzt er nun in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Terroristischer Hintergrund vermutetDer Täter hatte grosse Teile der Tat mit einer Helmkamera über Facebook live ins Internet übertragen. Auszüge aus dem etwa 17-minütigen Video kursieren immer noch. Zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt.

Die Polizei prüft noch, ob weitere Anklagen erhoben werden. Sie sprach in ihrer kurzen Mitteilung zudem von "Terror-Angriffen". Dies bedeutet, dass die Ermittler davon ausgehen, dass die Anschläge einen terroristischen Hintergrund hatten.

Inzwischen hat Neuseeland seine Waffengesetze verschärft. Der Besitz von halbautomatischen Waffen - also Waffen, die automatisch nachladen, wie sie der Schütze verwendet hatte - ist dort nun verboten.

Gesetz gegen Terror-Video-VerbreitungIm Nachbarland Australien beschloss das Parlament am Donnerstag, dass Internet-Unternehmen, die Videos von Terrorangriffen verbreiten, mit hohen Geldstrafen und deren Manager sogar mit Haft bestraft werden können. Nach Regierungsangaben ist Australien weltweit das erste Land mit solch strengen Gesetzen.

Wegen des Videos stehen US-Unternehmen wie Facebook und Google massiv in der Kritik. Theoretisch sind in Australien nun Geldbussen in Höhe von zehn Prozent des Konzern-Umsatzes möglich. Zudem drohen den verantwortlichen Managern bis zu drei Jahre Haft.

Australiens Justizminister Christian Porter sagte im Parlament, die Internet-Plattformen dürften nicht zulassen, dass "Hass und Terror verbreitet" würden.

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