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Jacob Zuma: Angeschlagen, aber nicht am Ende

Trotz Klagen wegen Betrugs und Korruption – der ehemalige südafrikanische Staatspräsident arbeitet angeblich an der Rückkehr auf die politische Bühne.
Markus Schönherr, Kapstadt
Jacob Zuma, ehemaliger Präsident Südafrikas, plant sein Comeback. Hier im Bild beim Gang vor das höchste Gericht, wo er wegen Korruption angeklagt ist. (Bild: Marco Longari/EPA, 8. Juni 2018, Durban)

Jacob Zuma, ehemaliger Präsident Südafrikas, plant sein Comeback. Hier im Bild beim Gang vor das höchste Gericht, wo er wegen Korruption angeklagt ist. (Bild: Marco Longari/EPA, 8. Juni 2018, Durban)

«Ich habe keinerlei Verpflichtungen mehr und deshalb warne ich euch: Seid besser still und kümmert euch um eure Dinge.» Mit diesen Worten warnte Südafrikas Ex-Präsident Jacob Zuma seine Gegner, bevor er am Freitag erneut wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht erschien. Spekulationen zufolge plant der entmachtete, aber immer noch einflussreiche Politiker ein Comeback.

Eigentlich sollte man glauben, der gescheiterte Staatschef habe andere Sorgen, als weiter in Südafrikas Politik mitzumischen. Im April erschien Zuma erstmals vor dem Obersten Gerichtshof, wo er sich wegen Betrugs, Korruption und Geldwäsche verantworten muss. Die Klagen waren 2009 kurz vor Zumas Amtsantritt unter fragwürdigen Umständen eingestellt worden. Nachdem ihn der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) als Anführer ersetzt hatte, trat Zuma im Februar als Präsident zurück. Da die Klagen ausgerechnet jetzt wieder aufgenommen werden, ver­mutet Zuma politische Hintergründe.

Zahlreiche Skandale während seiner Amtszeit

Zuma hatte aufgrund zahlreicher Skandale während seiner Amtszeit regelmässig für Schlageilen gesorgt. Seine Villa hatte er für 19 Millionen Euro renovieren lassen. Später schickte er die Wirtschaft auf Talfahrt, als er binnen 48 Stunden drei verschiedene Finanzminister einsetzte. Für die einen voreilig, für die anderen prophetisch verkündete die Politzeitschrift «Mail & Guardian» jetzt auf ihrer Titelseite unter Zumas Bild: «Er ist zurück!» Der Anführer von Südafrikas Kommunistischer Partei (SACP), Blade Nzimande, lobte den ANC dafür, dass er das «parasitäre Plündern öffentlicher Ressourcen» unter Zumas Aufsicht beendet habe, warnte aber zugleich: «Der frühere Präsident plant an mehreren Fronten einen Rachekampf.»

Die Aussage schürte erneut Spekulationen, wonach Zumas Unterstützer an der Bildung einer neuen Partei arbeiten. An Sympathisanten mangelt es ihm jedenfalls nicht. Das wurde auch sichtbar, als sich Tausende zu einer «Willkommensfeier»in seinem Heimatdorf versammelten. «Für uns spielte er eine grosse Rolle. Dank ihm haben wir jetzt Strom und Wasser», sagte einer der Bewohner. «Ginge es nach uns, wäre er immer noch Präsident», so eine Frau. Geschäftspartner Zumas haben klargestellt, dass sie die Kosten für seinen Prozess übernähmen. Um die Kostenfrage zu klären, wurde der Prozess vertagt. Zumas Anwalt bittet die Regierung zur Kasse. Die Opposition will dies mit einem separaten Gerichtsprozess verhindern: Für Zuma sei bereits zu viel Steuergeld geflossen.

Auf Kriegsfuss mit seinem Nachfolger

Darüber hinaus steht Zuma insgeheim auf Kriegsfuss mit seinem Nachfolger Cyril Ramaphosa. Der regierende ANC ist gespalten: Auf der einen Seite Ramaphosas Vertreter, auf der anderen die Zuma-Unterstützer, die gerne dessen Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma als Nachfolgerin eingesetzt hätten. Die Zeitung «Daily Maverick» mutmasst: «Für Zuma heisst es: jetzt oder nie. Und seine Strategie ist es, die Stützen einzureissen, auf der Ramaphosas Regierung und der ANC stehen.»

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