Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kreuzfahrtschiff Viking Sky vor Norwegen in Seenot: Video zeigt Rettungseinsatz und dramatische Szenen an Bord

Albtraum auf einer Luxus-Kreuzfahrt: Ein Schiff mit fast 1400 Personen an Bord gerät in Seenot. Die Rettung dauert über 24 Stunden, es gibt einige Schwerverletzte.
Niels Anner, Kopenhagen

«Ich befand mich beim Swimming Pool, als eine Welle das Schiff herumriss. Stühle und Tische flogen herum, ich stürzte heftig», erzählt die Britin Denise Toser und zeigt dem norwegischen Fernsehen NRK zahlreiche blaue Flecken. «Wir brechen noch regelmässig in Tränen aus», sagt die schockierte Seniorin weiter. Sie, ihr Mann und 480 weitere Personen wurden am Samstag bei stürmischem Wetter per Helikopter vom Kreuzfahrtschiff Viking Sky gerettet. Für fast 900 andere Passagiere und Besatzungsmitglieder dauerte das Drama vor der Küste Mittelnorwegens noch 24 Stunden länger: Sie mussten auf dem Schiff ausharren, bis dieses gestern Abend in den Hafen von Molde einlief. Dort wurden die 20 – teilweise schwer – verletzten Passagiere behandelt.

Das in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff Viking Sky vor der Westküste Norwegens. (Bild: Frank Einar Vatne/Keystone (23. März 2019))

Das in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff Viking Sky vor der Westküste Norwegens. (Bild: Frank Einar Vatne/Keystone (23. März 2019))

Die Luxus-Kreuzfahrt auf der 2017 gebauten «Viking Sky» hätte entlang der norwegischen Küste von Tromsö nach Stavanger führen sollen. Doch als am Samstagnachmittag Motorprobleme auftraten, wurde die Ferienfahrt für 915 vornehmlich amerikanischen und britische Passagiere sowie 458 Besatzungsmitglieder zum Horrorerlebnis. Das 227 Meter lange Schiff geriet in Seenot und sandte in der Gegend von Hustadvika ein Notsignal aus. Dies ist wegen vieler kleinen Inseln ein berüchtigter Küstenabschnitt; zudem herrschte starker Sturm. Das Unglücksschiff driftete bis zu 100 Meter nahe ans Ufer und war kurz davor, auf Grund zu stossen. Andere Schiffe, auch jene der Küstenwache, versuchten, zur «Viking Sky» zu gelangen, doch war an eine Evakuierung auf dem Wasser wegen hohem Wellengang nicht zu denken; auch der Einsatz von Rettungsbooten war zu riskant. Es begann eine langsame Bergung mit mehreren Helikoptern, wobei die Passagiere, die meisten von ihnen Senioren, einzeln hochgehievt wurden; 15 bis 20 pro Flug wurden die ganze Nacht hindurch in Sicherheit gebracht.

Waghalsiger Rettungseinsatz:

«Ich dachte an die ‹Titanic›»

An Bord wartete der Rest in Rettungswesten in grossen Räumen. «Ich dachte an die ‹Titanic›», erzählte der Amerikaner Rodey Horgen später. Plötzlich seien Wassermassen ins Innere geflossen, seine Frau sei mitgerissen worden. Spiegel barsten, einer Frau fielen Teile der Decke auf den Kopf. Die Passagiere lobten aber die Besatzung, die sich hervorragend eingesetzt und für Ruhe gesorgt habe. Gestern Morgen gelang es, drei der vier Schiffsmotoren zum Laufen zu bringen; die «Viking Sky» konnte manövrieren. Mit Hilfe von Schleppern wurde sie Richtung Hafen von Molde gebracht. Die Evakuierung per Helikopter stoppte.

Am Abend wurde das Schiff in Molde unter Jubel empfangen. In der Stadt halfen viele Freiwillige sowie das Rote Kreuz bei der Betreuung der Evakuierten, die auch psychologische Hilfe erhielten. Von der Reederei gab es umgerechnet 300 Franken, um Lebensmittel und Kleider zu kaufen; die Geschäfte öffneten ausnahmsweise am Sonntag. Die meisten Passagiere dürften nun den Heimflug antreten. Die «Viking Sky» hätte eigentlich weiter nach London fahren sollen. Ihre nächste Reise in die Ostsee wurde laut der Reederei gestrichen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.