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Airbnb als dreiste Betrugsmasche

Ein Liebespaar hat während Jahren Airbnb-Wohnungen für Betrügereien genutzt. Sie mieteten – und bestellten im Namen von Wohnungsbesitzern Flugbillette, Handyabonnemente und Kreditkarten.
Niels Anner, Kopenhagen
Bild: Getty (Paris, 11. Dezember 2017)

Bild: Getty (Paris, 11. Dezember 2017)

Die beiden wirkten ganz nett – die idealen Mieter. «Sie stellten sogar Blumen in meine Stube», sagte einer der Norweger, der über die internationale Internetplattform Airbnb seine Wohnung vermietet. Doch einige Tage nachdem das Paar nach einem vermeintlichen romantischen Wochenende wieder abgereist war, flatterten Rechnungen ins Haus – für Dinge, die der Wohnungsbesitzer nie bestellt hatte, zum Beispiel ein Telefonabonnement und Kreditkarten.

Ein anderer Geschädigter des umfassenden norwegischen Betrugfalls ist Frederik Carstens. Er geriet laut dem Fernsehsender NRK ins Fangnetz des Liebespaares, als ein Verwandter seine Wohnung auf Airbnb vermietete. Kurze Zeit später erhielt Carstens einen Anruf seiner Bank, ob er wirklich 20 000 Kronen, 2500 Franken, für Flugtickets ausgegeben habe. Andere Norweger erhielten Anrufe von ihrer Bankfiliale, die hohe Ausgaben überprüfen wollten; erst jetzt bemerkten die Opfer, dass betrügerische Bestellungen, bisweilen mehrere Flugtickets, auf ihren Namen getätigt wurden. Die Tickets wurden danach im Internet weiterverkauft, wobei einige der Käufer am Flughafen von der Polizei gestoppt wurden.

Anzeigenflut brachte Polizei auf die Spur

Während dreier Jahre wuchs die Zahl der Geschädigten auf fast 60 an. Die Vielzahl der Anzeigen brachte die Polizei schliesslich auf die Spur eines norwegischen Paares. Denn die Betrogenen hatten immer irgendeine Beziehung zu Personen, die ihre Wohnung auf Airbnb vermietet hatten. Das Paar, beide zwischen 30 und 40 Jahre alt, buchte die Wohnungen jeweils für ein Wochenende – und plünderte sie. Sie suchten jedoch nicht Wertgegenstände oder stahlen etwas Auffälliges, sondern ihr Ziel waren persönliche Daten wie Kontonummern, Verträge, Geburtsdaten, Bankkarten oder Personennummern – eine Art Sozialversicherungsnummer, die in Norwegen für die meisten Vertragsabschlüsse oder zur offiziellen Identifikation benützt wird.

Das Paar entwendete dabei nicht unbedingt Daten des Wohnungsbesitzers selber, sondern anderer Personen, die in Dokumenten wie etwa Verträgen oder Bankpapieren zu finden waren. In einem Fall bewahrte ein Mann einige Ordner mit Dokumenten seiner Eltern auf, die darauf Betrugsopfer wurden. Der Geschädigte Frederik Carstens warnt nun davor, Persönliches in einer vermieteten Wohnung zu lassen – auch wenn es eingeschlossen ist. In mehreren Fällen hatte sich das Paar Zugang zu Räumen verschafft, in denen es nichts zu suchen hatte. «Verschlossene Türen reichen nicht», sagte Carstens.

Verdächtiges Paar taucht mehrfach unter

Airbnb erklärte, die beiden mutmasslichen Täter seien nun permanent von der Vermie- tungsplattform ausgeschlossen worden. Das Unternehmen unterstütze die Polizei und wolle sich für die Geschädigten einsetzen. Das Paar wartet nun auf seinen Prozess; es ist laut seinem Anwalt teilweise geständig. Vorgeworfen wird ihm mehrfacher schwerer Betrug und Identitätsdiebstahl. Allerdings wurde der Prozess schon zweimal verschoben, weil das Paar – nach kurzer Zeit in Untersuchungshaft – in mehrere andere Länder umgezogen ist und von der norwegischen Polizei vorerst nicht mehr aufgespürt werden konnte. Wie norwegische Medien berichten, werden die beiden Angeklagten auch verdächtigt, bereits früher mit Betrugsgeschäften zu tun gehabt zu haben. So sollen sie ein Phishing-E-Mail an Tausende Empfänger verschickt und versucht haben, bei Unternehmen Geld zu erschwindeln. Laut Recherchen von NRK hat die Frau früher für ein grosses auf Internetbezahlung spezialisiertes Unternehmen gearbeitet. Sie war dort Expertin für Kreditkartenbetrug.

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