Affäre um Fillon weitet sich aus

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Frankreich Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon kommt in der Affäre um mögliche Scheinbeschäftigungen immer stärker in Bedrängnis: Frau und Kinder des Konservativen sollen für fragwürdige Tätigkeiten zusammen mehr als eine Million Euro erhalten haben.

In der neuesten Ausgabe der Satire- und Enthüllungszeitung «Canard Enchaîné» heisst es, allein Fillons Ehefrau Penelope habe über die Jahre gut 930000 Euro aus verschiedenen Tätigkeiten erhalten und damit deutlich mehr Geld als bisher bekannt. Den grössten Teil davon soll sie aus der Staatskasse bekommen haben. Bisher gibt es keine Erkenntnisse, welche Gegenleistung sie dafür genau erbracht hat. Fillon gibt an, seine Frau habe jahrelang als seine parlamentarische Assistentin gearbeitet. Von seinem Nachfolger erhielt sie die Bezüge weiter, als Fillon 2007 Premierminister wurde. Diese Einkünfte aus parlamentarischen Geldern sollen sich nach dem neuen Bericht auf insgesamt 831440 Euro belaufen haben.

Ermittlungen eröffnet

Wie bereits bekannt war, soll Penelope Fillon zusätzlich 100000 Euro von einer Zeitschrift bekommen haben, die einem Freund ihres Mannes gehört. Der damalige Redaktionsleiter bezweifelte, dass sie für das Magazin gearbeitet habe.

Des Weiteren soll Fillon laut dem «Canard Enchaîné» zwei seiner Kinder in seiner Zeit als Senator als Mitarbeiter beschäftigt haben. Deren Einkünfte hätten sich auf 84000 Euro belaufen, schreibt nun das Blatt. Fillon selbst hat angegeben, er habe die Tochter und den Sohn für «präzise Missionen» bezahlt. Zudem sollen sie nach seinen Worten als Anwälte gearbeitet haben, obwohl sie zu dieser Zeit noch nicht in dem Beruf tätig waren.

Die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft hat inzwischen vorläufige Ermittlungen eröffnet. (sda)