Äthiopische Juden gegen Rassismus

JERUSALEM. Israels Regierung bemüht sich, den Zorn der äthiopischen Juden zu beschwichtigen, die am Wochenende in Tel Aviv zu Tausenden auf die Strasse gingen.

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JERUSALEM. Israels Regierung bemüht sich, den Zorn der äthiopischen Juden zu beschwichtigen, die am Wochenende in Tel Aviv zu Tausenden auf die Strasse gingen. Regierungschef Benjamin Netanyahu kündigte die Untersuchung des Zwischenfalls an, der die Unruhen auslöste – die Misshandlung des äthiopisch-stämmigen Soldaten Damas Pakada durch einen Polizisten, von der es Videoaufnahmen gibt. 50 Polizisten trugen bei Krawallen Verletzungen davon. Netanyahu traf gestern Pakada.

«Wir werden nicht länger schweigen», stand auf Plakaten der Demonstranten, die sich am Sonntag im Stadtzentrum versammelten. Vor dem Rathaus ging die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen sie vor und nahm zwei Dutzend von ihnen fest. Staatspräsident Reuven Rivlin sprach von einer «offenen und schmerzenden Wunde im Herzen der israelischen Gesellschaft» und räumte ein, dass Fehler gemacht worden seien. Dennoch sei «Gewalt nicht der Weg zu einer Lösung».

In Israel leben 130 000 äthiopische Juden. Sie werden immer wieder diskriminiert. Laut einer gestern von der Zeitung «Haaretz» publizierten Untersuchung liegt die Armutsrate bei ihnen weit über dem Landesdurchschnitt. 38,5 Prozent der äthiopisch-stämmigen Israeli leben unter der Armutsgrenze, rund ein Drittel ist arbeitslos. (S.K.)

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