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Abstimmung über die EU und die Nato

In Montenegro hat Regierungschef Milo Djukanovic mit seinem prowestlichen Kurs gute Chancen auf einen Verbleib im Amt.

Etwa eine halbe Million Wahlberechtigte standen in Montenegro gestern insbesondere vor der Frage, ob sich ihr Land enger an den Westen oder an Russland binden soll. Erste Hochrechnungen wiesen darauf hin, dass Regierungschef Milo Djukanovic, Befürworter eines EU- und Nato-Beitritts, gute Chancen hat, im Amt zu verbleiben.

Auf seine Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) entfielen 41 Prozent der Stimmen, wie das Wahlforschungsinstitut Cemi am Sonntag mitteilte. An zweiter Stelle lag die oppositionelle Demokratische Front (DF) mit 22 Prozent vor dem Oppositionsbündnis Kljuc (Schlüssel) mit 11 Prozent. Die DPS hätte demnach die absolute Mehrheit verfehlt. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnte eine Koalition von vier Oppositionslisten der DPS den Posten des Regierungschefs streitig machen.

Kein europäischer Politiker ist länger an der Macht

In ganz Europa ist kein Politiker so lange an der Macht wie Djukanovic, obwohl er erst 54 Jahre alt ist. Das ehemalige Mitglied im Bund der Kommunisten Jugoslawiens wurde erstmals im Februar 1991 im Alter von 29 Jahren Ministerpräsident. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und in den Balkankriegen schlug sich Djukanovic auf die Seite von Serbiens starkem Mann, Slobodan Milosevic. 1997 brach er mit Milosevic und avancierte schnell zum Liebling des Westens. Im selben Jahr wurde Djukanovic knapp zum montenegrinischen Präsidenten gewählt. In der Zeit des Jugoslawien-Embargos soll er es mit Zigarettenschmuggel zu einem der reichsten Männer Montenegros gebracht haben.

2006 führte Djukanovic den 620 000 Einwohner zählenden Adria-Staat nach einem mit knapper Mehrheit gewonnenen Volksentscheid in die Unabhängigkeit von Serbien. 2012 begann die Regierung Beitrittsverhandlungen mit der EU, und im Mai unterzeichnete sie mit der Militärallianz ein Beitrittsprotokoll, das den Weg für die Mitgliedschaft im kommenden Jahr ebnete. Im Herbst des vergangenen Jahres gab es wiederholt Proteste gegen einen Nato-Beitritt. Gefordert wurde ein Stop der Verhandlungen und ein Referendum über die Mitgliedschaft in dem Militärbündnis, das 1999 während des Kosovo-Konfliktes auch Montenegro bombardiert hatte. Russland hat für den Fall eines Nato-Beitritts Montenegros mit Konsequenzen gedroht und sich schon seit Jahren als Investor aus dem Land zurückgezogen. Djukanovic wirft Moskau vor, die oppositionelle Demokratische Front zu finanzieren.

Bei seiner Stimmabgabe in einer Schule der Hauptstadt Podgorica sagte Djukanovic, er rechne damit, dass Montenegro auf dem Weg «zu europäischen und euroatlantischen Zielen» voranschreiten werde. Der DF-Chef Andrija Mandic zeigte sich unterdessen überzeugt, dass seine Partei «die Basis der künftigen Regierung» bilden werde. (sda)

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