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Kommentar

Der saudische Kronprinz muss abdanken

Der Fall Khashoggi zeigt eines deutlich: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ist nicht mehr tragbar.
Michael Wrase, Beirut
Nahost-Korrespondent Michael Wrase

Nahost-Korrespondent
Michael Wrase

Es dauerte lange, bis der Wes­ten auf die Lügen­geschichten, mit denen die Ermordung von Jamal Khashoggi verschleiert werden sollte, reagierte. Dass man sich damit nicht mehr zufrieden geben will und Transparenz verlangt, ist ein Schritt in die richtige Richtung – der aber nicht mehr ausreicht. Es ist an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob Saudi-Arabien unter der Führung von Mohammed bin Salman, alias MBS, noch strategischer Partner im Nahen Osten sein kann. Auch Donald Trump sollte sich diese Frage stellen.

Seit der impulsive Königssohn die Macht in seinem Land brutal an sich gerissen hat, verursachte er eine Katastrophe nach der anderen: Seit vier Jahren führt er einen mörderischen Krieg im Jemen, die gescheiterte Wirtschaftsblockade gegen Katar ist nur ein weiteres Beispiel. Der Mord an Khashoggi in Istanbul führte nun zum Aufschrei. Er kam nur nicht früher, weil man die Saudis als Handelspartner nicht verprellen wollte.

Es war bemerkenswerterweise die Wirtschaft, die mit Boykott der am Mittwoch in Riad beginnenden Investorenkonferenz zuerst auf die blutigen Machenschaften des MBS reagierte. Mit einem Auftragsmörder möchten sie keine Geschäfte machen. Die Politik könnte genau an diesem Punkt ansetzen und signalisieren, dass man sich einen anderen Partner in Riad wünscht. Lässt man Gras über die Ermordung Khashoggis wachsen – und diese Gefahr be­steht – dann wird es nicht lange dauern, bis MBS eine neue Katastrophe verursacht. Der Westen sollte daher auf seine Abdankung drängen. Erst dann kann Saudi-Arabien ein strate­gischer Verbündeter sein, auf den man sich in einer so sen­siblen Region wie dem Nahen Osten auch verlassen kann.

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