Vierfachmord Rupperswil

Gemeindeammann Rudolf Hediger: «Es ist eine Schande, dass der Mörder aus unserem Dorf ist»

Ein 33-jähriger Schweizer bringt vier Personen in Rupperswil kaltblütig um und verbrennt deren Leichen. Selbst Fallbeobachter, die von Berufes wegen mit Mördern zu tun haben, sind geschockt.

Jürg Krebs
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Der Täter ist gefasst und er hat gestanden, Carla Schauer (48) und ihre Söhne Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona (21) am 21. Dezember 2015 ermordet zu haben.

Der Mörder schnitt den Opfern nicht nur die Kehle durch, er verging sich zuvor auch noch sexuell am jüngsten Sohn. Schliesslich übergoss er die Opfer mit Brandbeschleuniger und zündete sie an. Der Täter ist geständig.

Die Ermittler haben in der Wohnung des 33-jährigen Schweizer Studenten in Rupperswil einen Rucksack gefunden.

Der Inhalt lässt klar darauf schliessen, dass er weitere Taten plante und nur durch die Festnahme daran gehindert wurde.

«Eine Schande für unser Dorf»

Mit dem Fall beschäftigte Personen zeigten nach der Medienkonferenz in Schafisheim grosse Betroffenheit:

Der Aargauer Justizdirektor, Urs Hofmann, sprach davon, dass er eine «solche Brutalität noch nie gesehen» habe. «Ich bin geschockt.» Dies weder als Justizdirektor noch als Anwalt. Hofmann sprach Staatsanwaltschaft und Polizei seinen grossen Dank aus.

«Indem er den jüngeren Sohn bedrohte, zwang er Frau Schauer, den älteren Sohn und dessen Freundin zu fesseln und zu knebeln» Markus Gisin, Chef der Kriminalpolizei Aargau, schildert an der Medienkonferenz am 13. Mai 2016, wie der Täter im Vierfachmord von Rupperswil vorgegangen ist.
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Polizeisprecher Roland Pfister, Hauptmann Markus Gisin, Abteilungschef Kriminalpolizei, und Barbara Loppacher, Leitende Staatsanwältin
«Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei. Der Täter ist gefasst.»
Barbara Loppacher, Leitende Staatsanwältin
Von links: Von links: Kapo-Mediensprecher Roland Pfister, Hauptmann Markus Gisin und die Leitende Staatsanwältin Barbara Loppacher beantworten die Fragen der Medienschaffenden.
Nach der Pressekonferenz Barbara Loppacher stellt sich den Fragen der Medien.
Polizeikommandant Michael Leupold
Aargauer Regierungsrat und Vorsteher des Justizdepartements Urs Hofmann
Grosses Medieninteresse: Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei informieren, dass der Täter seit Donnerstag gefasst ist.
Wiederum grosses Medieninteresse am Fall Rupperswil
Die Medienschaffenden bereiten sich vor

«Indem er den jüngeren Sohn bedrohte, zwang er Frau Schauer, den älteren Sohn und dessen Freundin zu fesseln und zu knebeln» Markus Gisin, Chef der Kriminalpolizei Aargau, schildert an der Medienkonferenz am 13. Mai 2016, wie der Täter im Vierfachmord von Rupperswil vorgegangen ist.

Mario Heller

Die leitende Staatsanwältin, Barbara Loppacher, sprach von einer «unglaublichen Dimension».

Markus Menzl, fast 40 Jahre in Basel im Dienst der Kriminalpolizei, spricht von einem «sehr aussergewöhnlichen Fall. Wir haben mit allem gerechnet, aber nicht mit so etwas».

Auch der Gemeindeammann von Rupperswil, Rudolf Hediger, ist betroffen. «Es ist eine Schande, dass der Mörder ein Mitglied unserer Dorfgemeinschaft ist.» Er persönlich kenne den Mörder nicht.