Amoklauf

Amokläufer von Rio fühlte sich als Mobbingopfer

Eine Woche nach dem Amoklauf an einer Schule in Rio de Janeiro ist ein Video des Todesschützen aufgetaucht. Darin erklärt der 23-Jährige seine Motive für die Tat. Offenbar fühlte er sich als Mobbingopfer.

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Ein Mädchen betet für die Opfer des Amoklaufs in Rio

Ein Mädchen betet für die Opfer des Amoklaufs in Rio

Keystone

Er hatte am vergangenen Donnerstag in der Schule Tasso da Silveira in einem Arbeiterviertel von Rio de Janeiro das Feuer eröffnet und mindestens zwölf Kinder getötet. Nach einer Auseinandersetzung mit der Polizei nahm sich der Täter mit einem Kopfschuss das Leben.

"Unser Kampf, für den viele Brüder in der Vergangenheit gestorben sind, und für den ich sterben werde, richtet sich nicht ausschliesslich gegen das, was allgemein als Mobbing bekannt ist", sagt der junge Mann in dem Video, das offenbar nur zwei Tage vor der Tat aufgenommen wurde.

Er richte sich gegen "grausame, feige Menschen, die die Freundlichkeit, die Unschuld, die Schwäche derer ausnutzten, die sich nicht selbst verteidigen" könnten. Das Video, das der Täter offenbar selbst aufgenommen hat, wurde am Dienstagabend vom brasilianischen Sender Globo TV ausgestrahlt.

Wie lange sich der junge Mann schon mit dem Gedanken an den Amoklauf herumgetragen hat, zeigt ein zweites Video, das bereits vergangenen Juli aufgenommen wurde. Die Polizei entdeckte es auf dem Computer des Amokläufers.

Darin kündigt er an, er werde Rache nehmen im Namen derer, die - wie er - gedemütigt, angegriffen und nicht respektiert worden seien, besonders an Schulen, nur weil sie anders seien. Der Täter hatte die Schule nach eigenen Angaben schon vor Monaten ausgekundschaftet und war offenbar auch drei Tage vor dem Amoklauf noch einmal da.