Hunderte wollen die Fische sehen

Am Tag der offenen Tür hat das Fischereizentrum Steinach einen Einblick in die Aufzucht gegeben.

Lisa Wickart
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Die Besucherinnen und Besucher sind fasziniert von den Fischen im Becken.

Die Besucherinnen und Besucher sind fasziniert von den Fischen im Becken.

Bild: Lisa Wickart

Die Seeforelle – eine Art, von der es ohne künstliche Fortpflanzung nur noch wenige Exemplare im Bodensee geben würde. Damit solche Fische auch noch in Zukunft in der Region überleben, hilft das Fischereizentrum Steinach nach. Wie die Fischzucht genau funktioniert und welche Rolle der Klimawandel dabei spielt, hat Betriebsleiter Jörg Schweizer vergangenes Wochenende am Tag der offenen Tür den Besuchern gezeigt.

Den Einblick in die Fischzucht wollten sich einige Hunderte Interessierte nicht entgehen lassen. Schweizer zeigt sich über die vielen Besucher überrascht: «Ich hätte nie gedacht, dass wir so einen Ansturm haben werden», sagt er. In den Gewässern seien die Auswirkungen des Klimawandels stark spürbar. Als Probleme nennt Schweizer etwa die Temperaturerhöhung oder Wasserknappheiten, die das Überleben vieler Fische erschweren. Besonders kälteliebende Arten würden sich mit der Erwärmung schwer tun:

«In den natürlichen Lebensräumen kann es zu grossen Ausfällen kommen.»

Dazu komme die Futterknappheit, was ebenfalls Ausdruck eines Wandels in den Gewässern sei. «Ich glaube, dass dies am See wohnende Leute mitbekommen und sich Gedanken machen.» Aktuell sei eine besonders spannende Zeit für einen Einblick in die Zucht: «Aus den Millionen von Eiern schlüpfen nun die ersten Fische», sagt Schweizer.

Die Tätigkeit des Fischereizentrums sei von der Jahreszeit abhängig. Im Winter beginne jeweils mit der Laichgewinnung die künstliche Reproduktion. Dazu werden die Tiere narkotisiert, das Laich abgestreift und letztlich die Spermien hinzugegeben. So würden Millionen von kleinen Fischen entstehen, die durch die künstliche Fortpflanzung eine viel höhere Überlebenschance als im Freien haben. Am Tag der offenen Tür gab es besonders in die Aufzucht der Felchen einen detaillierten Einblick.

Die Tiere sind nur einige Millimeter gross

Durch grosse Glasbehälter konnten Besucher die verschiedenen Entwicklungsstufen der rund 20 Millionen Eier sehen. Sobald die Fische geschlüpft sind, schwimmen sie durch ein Rohr in ein grosses Becken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tiere nur einige Millimeter gross und beinahe durchsichtig. Nur zwei schwarze Augen und ein kleiner Dottersack am Bauch sind zu sehen. Davon leben die Tiere die nächsten Tage bis sie Plankton als Nahrung benötigen.

Durch eine Leitung fliessen die Fische dann unterirdisch zum Bootshaus des Fischereizentrums in einen Behälter. Sobald die Fische im Tank angekommen sind, werden sie mit dem Schiff auf den See hinausgefahren und freigelassen. So können die Tiere gezielt an Orte gebracht werden, an denen es viel Plankton hat. «So ermöglichen wir den Fischen einen optimalen Start», erklärt Jörg Schweizer.