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Das Frauenfelder Quartier Ergaten-Talbach hilft sich selbst - Anfang März startet die Nachbarschaftshilfe

Das Motto lautet: «Mitenand fürenand». Heute in einer Woche nehmen Nachbarschaftshilfe und Talentbörse 2.0 im Ergaten-Talbach ihren Betrieb auf. Als Vorbild dienten die bestehenden Angebote im Kurzdorf.
Mathias Frei
Hilfe beim Wechseln der Glühbirne: eine Einsatzmöglichkeit der neuen Nachbarschaftshilfe.Bilder: PD

Hilfe beim Wechseln der Glühbirne: eine Einsatzmöglichkeit der neuen Nachbarschaftshilfe.Bilder: PD

«Wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird», steht auf dem bunten Flyer der neuen Nachbarschaftshilfe im Ergaten-Talbach geschrieben. Dazu ein Bild: Eine junge Frau hilft ihrer älteren Nachbarin beim Einkauf. Eine von vielen Hilfestellungen des neuen Angebots, das zusammen mit der Talentbörse am 1. März ihren Betrieb aufnimmt.

Nachbarschaftshilfe und Talentbörse gibt es bereits im Kurzdorf. Dort lancierte die Stadt diese Angebote im Rahmen des Pilotprojekts «Älter werden im Quartier» (Awiq), das zwischen 2014 und 2017 lief. Im Ergaten-Talbach haben nun Quartierbewohner die Initiative ergriffen, allen voran Hansjörg Rietmann.

Ein Informatiker in einem älteren Quartier

Rietmann ist seit anderthalb Jahren pensioniert. Zuvor hat er als Informatik-Projektleiter gearbeitet. Wer mit ihm spricht, bemerkt die Begeisterung des Projektleiters für dieses Projekt. Das Quartier Ergaten-Talbach umfasst 5300 Einwohner. Überdurchschnittlich hoch, verglichen mit der ganzen Stadt oder dem Kanton, ist der Anteil über 65-Jähriger: 20 Prozent. «Die demografische Entwicklung und der gesellschaftliche Wandel rufen nach neuen Lösungen beim Zusammenleben», sagt Rietmann.

Initiant Hansjörg Rietmann (1.v.l.) mit der Arbeitsgruppe, die beim Aufbau der Nachbarschaftshilfe und Talentbörse Ergaten-Talbach mitgeholfen hat. Daraus entstand die Betriebsgruppe und die Vermittlungsstelle.

Initiant Hansjörg Rietmann (1.v.l.) mit der Arbeitsgruppe, die beim Aufbau der Nachbarschaftshilfe und Talentbörse Ergaten-Talbach mitgeholfen hat. Daraus entstand die Betriebsgruppe und die Vermittlungsstelle.

Im Herbst 2017 reifte bei Rietmann die Idee von Nachbarschaftshilfe und Talentbörse für sein Wohnquartier. Rietmann stand im Austausch mit seinem guten Bekannten Heinz Wiederkehr, der im Kurzdorf bei Awiq engagiert war. Fredy Meier, Präsident des Quartiervereins Ergaten-Talbach, war sofort Feuer und Flamme für Rietmanns Idee. Nach einer Präsentation an der Jahresversammlung des Quartiervereins meldeten sich 26 Quartierbewohner und boten Hilfe an. Auch die Stadt und der Frauenfelder Dachverband für Freiwilligenarbeit (Dafa) waren der Idee äusserst positiv gesonnen. Mittlerweile bildet der Dafa die Trägerschaft der neuen Angebote.

«Awiq hat positiv ausgestrahlt»

Treibende Kraft beim Pilotprojekt «Älter werden im Quartier» (Awiq), das zwischen 2014 und 2017 realisiert wurde, war Stadträtin Elsbeth Aepli als Vorsteherin des Departements Alter und Gesundheit. «Im Kurzdorf lancierte die Stadt das Projekt ‹Älter werden im Quartier› mit externer fachlicher Unterstützung. Awiq Kurzdorf hat wie erhofft positiv ausgestrahlt, und die umfassende Dokumentation zeigt nun Wirkung», stellt Aepli erfreut fest. Unkompliziert und unglaublich engagiert hätten Freiwillige im Ergaten-Talbach das im Kurzdorf entwickelte Konzept nun auf sich angepasst und starteten jetzt mit wenig städtischer Unterstützung. Für Stadträtin Elsbeth Aepli ist klar: «Funktionierende Nachbarschaftshilfe ist ein wichtiger Eckpfeiler für gutes Leben im Quartier. Es macht mir grosse Freude, diese Entwicklung zu erleben.» (ma)

Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Dann kam die Arbeit: Betriebskonzept, finanzielle und rechtliche Grundlagen. Unter der Leitung von Rietmann bildete sich eine Betriebsgruppe, es folgte eine fünfköpfige Vermittlungsstelle. Leute aus dem Quartier, die helfen oder ein Talent teilen wollen, und Leute, die Hilfe oder ein Talent in Anspruch nehmen möchten, können sich telefonisch oder per Mail melden.

Schon 15 Personen stehen bereit, die helfen wollen

Die Betriebsgruppe hat sich die Angebote im Kurzdorf zum Vorbild genommen, diese aber strukturell und in Sachen Qualitätssicherung weiterentwickelt. Im Hintergrund läuft eine neue EDV-Lösung, die zukünftig auch in anderen Quartieren angewendet werden könnte. Wer Hilfe anbieten kann oder sucht, wird umfassend erfasst, Einsätze werden ausgewertet. Inhaltlich unterscheiden sich die Angebote im Ergaten-Talbach nicht gross vom Kurzdorf.

Bei der Nachbarschaftshilfe geht es um kleine, einmalige Hilfestellungen, vom Wechseln der Glühbirne bis zu Problemen mit dem Computer. Organisationen wie die Spitex oder der Mahlzeitendienst sollen nicht konkurrenziert werden. Offen gehalten ist die Talentbörse, das geht vom gemeinsamen Musizieren über das Erlernen einer Sprache bis zum Sportpartner. Mittlerweile sind schon 15 Personen erfasst, die Hilfe oder ein Talent anbieten. «Jetzt müssen die neuen Angebote nur noch in Anspruch genommen werden», sagt Rietmann.

Telefonzeiten der Vermittlungsstelle: dienstags, 9 bis 11 Uhr, und freitags, 14 bis 16 Uhr. In der übrigen Zeit läuft der Anrufbeantworter: 052 378 15 00, nbh-tb-ergaten-talbach@awiq.ch.
www.awiq.ch/ergaten-talbach

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