Arboner Heizwerkteam heckt bereits neue Pläne aus

Das Ende des lokalen Festivals löst Lobeshymnen aus. Das OK ist ermuntert, die Kulturszene weiter aufzumischen.

Annina Flaig
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Die stillgelegten Tankanlagen auf dem ehemaligen Industrieareal boten für das Festival eine besondere Kulisse.

Die stillgelegten Tankanlagen auf dem ehemaligen Industrieareal boten für das Festival eine besondere Kulisse.

Bild: PD/Ladina Bischof

Das grosse Weinen bleibt aus. Stattdessen hagelt es Lob und Dank für das, was war, zum Beispiel auf Facebook. Dort haben die Verantwortlichen nach nur drei Jahren am Sonntag das Aus des Arboner Heizwerk-Festivals bekanntgegeben (unsere Zeitung berichtete). «Mein Lieblingsfestival, die tollen Erinnerungen bleiben», schreibt jemand. Auch Stadtpräsident Dominik Diezi meldet sich zu Wort und spricht «ein riesiges Dankeschön» aus.

Das kleine fünftägige Festival war beliebt. Insgesamt rund 1500 Besucher vergnügten sich jeweils auf dem Heizwerk-Gelände. Das frühere Industrieareal im Saurer-Werk Zwei bot mit den stillgelegten Tankanlagen eine besondere Kulisse.

Festival hat nie Gewinn gemacht

HRS hatte dem neunköpfigen Organisation-Komitee das Gelände jeweils kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Stadt hatte den Anlass finanziell unterstützt. «Die Rechnung ging immer knapp auf», betont OK-Mitglied Nico Eichenberger auf Anfrage. Dies sogar im Sommer 2018, als das Festival wegen sintflutartiger Regenfälle zwischenzeitlich abgebrochen und für den Auftritt von Züri West ein Ersatzkonzert organisiert werden musste. Eichenberger sagt:

«Es war eine schöne Zeit. Und es kostet uns viel Überwindung das Festival jetzt zu begraben.»

Er sagt aber auch, dass man bei einem Budget von mehr als 100000 Franken finanziell gerade so rausgekommen sei. «Für uns war das eine grosse Kiste, mit der wir uns viel Arbeit und einen enormen Druck aufgeladen hatten.» Weil man nie Gewinn erwirtschaftet hatte, habe man kein finanzielles Polster gehabt, um Innovatives wagen zu können. Genau das schwebt den Machern aber vor.

Der 28-jährige Eichenberger und Oberstufenlehrer aus Arbon ist der jüngste des kulturbegeisterten Kollegenkreises. Die meisten sind etwas über 30. Einer davon ist Michael Hohermuth, der seit Sommer zum Arboner Stadtrat gehört. Das OK aus dem Verein Triebwerk, welches vor der Heizwerk-Zeit das Lokal an der Bildstockstrasse mit kulturellem Leben gefüllt hatte, will nochmals neue Wege gehen.

Denkbar sind laut Eichenberger wieder mehrere kleinere Events übers Jahr verteilt. Sie müssten nun die Köpfe zusammen strecken. Auf Facebook freut man sich derweil über das Versprechen: «Ihr werdet wieder von uns hören.»

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Max Eichenberger