Zum Räppli
Viel Waggis, aber auch mehr als nur Fasnacht

Diesen Samstag eröffnet in Pratteln das Atelier Zum Räppli seine Tore. Verantwortlich dafür sind die drei Mitarbeiterinnen des mittlerweile geschlossenen Larvenateliers Dildi.

Tobias Gfeller
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Freuen sich auf die Eröffnung: Angie Stohler, Ruth Thoma und Manuela Rigo (v.l.).

Freuen sich auf die Eröffnung: Angie Stohler, Ruth Thoma und Manuela Rigo (v.l.).

Kenneth Nars / BLZ

Zoggeli in allen Grössen für Füsse und Schal, Socken, Hosen, Blusen, Kragen, Halstücher, Handschuhe, Zipfelkappen und Rosetten in den verschiedensten Farben – im Atelier Zum Räppli zwischen den Tramhaltestellen Kästeli und Gempenstrasse in Pratteln kommt jeder Waggis voll auf seine Kosten. Manuela Rigo, Ruth Thoma und Angela Stohler haben die Faszination für die Waggis-Figur vom Larventatelier Dildi, das vor knapp zwei Monaten sein Ende bekanntgab, ins Räppli gezügelt. Die 140 Quadratmeter sind für die ehemaligen Dildi-Mitarbeiterinnen im Vergleich zu ihrem vorherigen Arbeitsplatz in Münchenstein ein grosser Einschnitt. Dieser habe aber auch sein Gutes, mein Angela Stohler. «Alles ist übersichtlicher und natürlich sind die Fixkosten tiefer.» Für die drei Frauen war schon länger klar, dass es nach einem möglichen Ende vom Dildi anderweitig weitergehen soll und so auch viele Waren aus dem Dildi gerettet werden können.

Die Waggis-Figur macht weiterhin rund 70 Prozent des Gesamtangebots aus. Von der Larvenproduktion in hoher Stückzahl für Erwachsene mussten sich die Frauen verabschieden, da dafür die Räumlichkeiten fehlen. Im neuen Atelier hat es dafür Waggis-Larven für Kinder und Jugendliche. Manuela Rigo und Angela Stohler haben dafür Malkurse absolviert. Sie wollen sich in der Larvenproduktion ihren eigenen Stil erarbeiten, erklärt Manuela Rigo. Bei den Perücken bieten sie weiterhin Kreationen auf Bestellung an.

Abhängigkeit von der Fasnacht reduzieren

Während sieben Wochen haben Manuela Rigo, Ruth Thoma und Angela Stohler zusammen mit ihren Familien das Gebäude gegenüber dem Tramtrassee umgebaut. Das Echo auf die Eröffnung eines neuen Ateliers in dieser schwierigen Zeit sei in der Fasnachtszene in der Stadt und auf dem Land äusserst positiv ausgefallen, verrät Ruth Thoma.

Die drei Frauen sind sich aber bewusster denn je, dass sich mit Fasnacht alleine nicht sicher wirtschaften lässt. Das Atelier Zum Räppli ist deshalb breiter aufgestellt als ein klassisches Fasnachtsatelier. Es hat ein Nähatelier, selbstgemachte Kinderkleider in Einzelstücken und eine Auswahl an speziellen Stoffen, die laufend ausgebaut werden soll. Sie hätten schon damals im Dildi, als es noch keine Pandemie gab, das Gefühl gehabt, es wäre wichtig, sich breiter aufzustellen, um die Abhängigkeit von der Fasnacht zu reduzieren. Mit Corona sei die Notwendigkeit dafür in aller Deutlichkeit aufgezeigt worden, meint Angela Stohler. Das Atelier soll dank einem kleinen Café mit Bestuhlung auf dem Vorplatz auch zu einem Treffpunkt werden. Mit dem Café und der Stoff- und Kleiderecke soll die wirtschaftliche Lücke der fasnachtslosen Zeit im Sommer geschlossen werden.

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