Verregneter Sommer
Diese Verluste tun weh: Badi-Saisonstart im Baselbiet erneut missglückt

Das Gitterli in Liestal verzeichnet einen Viertel der üblichen Besucherzahlen. Andernorts im Kanton Baselland sieht es nicht besser aus.

Tomasz Sikora
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Muss wegen des nassen Wetters 500000 Franken Umsatzverlust hinnehmen: Das Schwimmbad Gitterli in Liestal.

Muss wegen des nassen Wetters 500000 Franken Umsatzverlust hinnehmen: Das Schwimmbad Gitterli in Liestal.

Roland Schmid

Es ist bereits die zweite Badi-Saison in Folge, die schlecht anläuft. War es letztes Jahr die Pandemie, die den Baselbieter Badis den Saisonstart vermiest hat, ist es nun das seit Wochen andauernde Regenwetter. Entsprechend gross ist die Unzufriedenheit in den Gartenbädern zwischen Schönenbuch und Anwil, wie eine Umfrage der bz zeigt.

«Gesamthaft gesehen sind wir mit der bisherigen Saison sehr unzufrieden», sagt Christian Stäubli, Geschäftsführer des Sport- und Freizeitbads Gitterli in Liestal. Während das Hallenbad gut besucht sei, mache dem Gartenbad das fehlende Sommerwetter zu schaffen:

«Der Mai war fast ein Totalausfall, im Juni hatten wir nicht mehr als zehn Tage Sommerwetter, und der Juli war aufgrund der starken Niederschläge inexistent.»

Neben dem nassen Wetter, das auch dem Gartenbad beim Schloss Bottmingen nicht in die Karten gespielt hat, weist Valerie Wendenburg, die bei der Gemeinde für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, auf einen weiteren Punkt hin: «Letztes Jahr sind mehr Leute daheim geblieben als diesen Sommer.» Nicht zuletzt deshalb sei die Saison im vergangenen Jahr etwas besser angelaufen als heuer.

Corona schreckt nicht vom Badeplausch ab

Auch im Gartenbad Aesch-Pfeffingen herrscht keine Begeisterung ob der aktuellen Saison. Trotz der späteren Saisoneröffnung seien letztes Jahr mehr Eintritte verzeichnet worden als die aktuell zirka 25000, so Horst Nönninger, der in Aesch die Gebäudeabteilung leitet. Ähnlich sieht es in Bottmingen aus, wo bisher 37600 Besucher verzeichnet werden, während die Besucherzahlen im Liestaler Gitterli aktuell nicht einmal einen Drittel des Wertes von 2019 erreichen, wie Christian Stäubli vorrechnet: «Bis Ende Juni 2021 haben wir erst 33000 Eintritte gezählt gegenüber 50000 Eintritten im gleichen Zeitraum 2020 und gegenüber rund 120000 Eintritten im gleichen Zeitraum in normalen Jahren».

Die ausbleibenden Gäste und der pandemiebedingt erhöhte Personalaufwand machen sich finanziell massiv bemerkbar, konstatiert Gitterli-Chef Stäubli: «Nach bereits grossen Umsatzverlusten im 2020 verursachte dies bis Ende Juni 2021 weitere über 500000 Franken Umsatzverlust.»

Corona hingegen scheint die Besucher nicht vom Badeplausch abzuschrecken. «Die Pandemie hat momentan sehr wenig Auswirkungen auf das Gartenbad Aesch-Pfeffingen, alle Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen und werden nun im zweiten Jahr erfolgreich umgesetzt», sagt Horst Nönninger. Auch im Gitterli spielt die Pandemie in Bezug auf die Besucherzahlen aktuell kaum eine Rolle: «Aufgrund der Grösse der Gartenbad-Anlage verzeichnen wir kaum merkbare Covid-19-Einschränkungen im Gartenbad», erklärt Stäubli.

Lediglich im Bottminger Gartenbad wirke sich die im Schutzkonzept vorgegebene maximale Personenzahl auf die Anzahl der Badegäste aus, wie Valerie Wendenburg erklärt. Wie viele Besucher sich aktuell im Gartenbad befinden und ob noch mehr Besucher eintreten dürfen, kann auf der Bottmingen-App und auf der Website nachgeschaut werden.

Anlässe sollen Besucherzahlen ankurbeln

Neben Stossgebeten in Richtung Petrus hofft man nun in den Gartenbädern darauf, dass geplante Anlässe für höhere Besucherzahlen sorgen. Das Gartenbad Aesch feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und tut dies mit mehreren Anlässen. Weitere Festivitäten finden an den kommenden Wochenenden vom 22. bis 24. Juli und 5. bis 7. August statt und auch im Gitterli sind zahlreiche Anlässe geplant. Zumindest die Stossgebete dürften bereits gewirkt haben – diese Woche ist es deutlich sonniger und wärmer.

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