Tief beeindruckte Grenzwächter

Eine 13-köpfige Gruppe des Grenzwachtkorps leistete am Freitag einen Spezialeinsatz: Sie bildete gemeinsam mit Menschen mit einer Behinderung ein produktives Arbeitsteam.

Werner Hostettler
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Schweiz am Sonntag

Es war Teamchef Raymond Glaisen vom Grenzwachtposten Basel-Süd, der die Idee zu diesem beispielhaften Einsatz in der Stiftung MBF in Stein hatte, denn: «Es ging mir darum, einmal aufzuzeigen, dass es Mitmenschen in unserer Gesellschaft gibt, die mit weit grösseren Alltagssorgen zu kämpfen haben als wir mit unseren Grenzwächterproblemen.» Ziel war zudem, dass das Grenzwachtteam mehr über die Tätigkeiten von Menschen mit einer Behinderung erfahren, diesen bei ihren Arbeiten über die Schulter schauen oder auch mal selber bei der Anfertigung von Produkten wie beispielsweise dem berühmten Feuerteufel als inoffiziellem Markenzeichen der Stiftung MBF (Menschen mit einer Behinderung im Fricktal) mitwirken konnte.

Sowohl für die junge Grenzwächterin wie auch für ihre 12 Kollegen vom Grenzwachtposten Basel-Süd und die mit in den Spezialeinsatz einbezogenen Klienten der MBF war der Arbeitsaustausch nicht nur ein in dieser Form erstmaliger Seitenwechsel, sondern auch ein wertvoller Erfahrungsaustausch. Klient Roman jedenfalls zeigte sich hell begeistert: «Das ist absolut spannend, einmal mit so Leuten in Uniform an einem Produktionstisch zu arbeiten.»

Andenken mitnehmen

Grenzwächterin Jasmine Blum zeigte sich ebenfalls beeindruckt: «Toll, wie hier mit den Klienten gearbeitet wird und mit welcher Freude und Begeisterung sie ihre Aufgaben erfüllen. Ganz anders als etwa in jenen Heimen, in denen die Leute keine Beschäftigung haben und den ganzen Tag in ihren Zimmern sitzen.»

Das Grenzwachtteam half aber nicht nur bei der Produktion mit, die Klienten durften auch mal in ein Einsatzfahrzeug sitzen, den Knopf für Blaulicht und Dreiklanghorn betätigen oder eine schusssichere Weste überziehen. Zudem durften sie als Andenken an den zweifellos lange in der Erinnerung haftenden Tag den Bastelbogen «Bau dir ein Grenzwachtauto» mitnehmen. Für Annigna Lutz, Leiterin Kommunikation der Stiftung MBF, war die Mitarbeit des Grenzwachtteams in den Werk- und Kreativateliers eine wertvolle Bereicherung, weil «dort Menschen tätig sind, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht in den geschützten Werkstätten arbeiten können».

Fazit: Bevölkerung sollte auch Einsatz machen

Alois Kiser, Laufenburg, Chef des Grenzwachtpostens Basel-Süd, fasste seine Eindrücke so zusammen: «Eigentlich sollte die ganze Bevölkerung einmal einen solchen Einsatz leisten, denn es ist beeindruckend, wie sinnvoll hier die Menschen mit einer Behinderung beschäftigt und betreut werden.» In der Stiftung MBF, einem der grössten Arbeitgeber im Fricktal, sind um die 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem anspruchsvollen sozialen Umfeld tätig; derzeit werden rund 200 Klientinnen und Klienten begleitet und unterstützt.