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Die Basler Kantonspolizei mischt sich auf Instagram unter die Autoposer – das steckt dahinter

Auf Instagram stehen Polizisten und Autoliebhaber im regen Kontakt. Angeblich geht es dabei um präventive Verkehrssicherheit und darum, Vertrauen aufzubauen.

Elodie Kolb
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In der eigenen Instagram-Story bewirbt die Kantonspolizei den Wettbewerb der Autoszene.

In der eigenen Instagram-Story bewirbt die Kantonspolizei den Wettbewerb der Autoszene.

Screenshot / bz Zeitung für die Region

Die Basler Autoliebhaber-Szene hat auf Instagram einen Wettbewerb gestartet. Abgestimmt wird darüber, wer das schönste Auto hat. Und mittendrin: der blau-gelbe Tesla mit geöffneten Flügeltüren von der Basler Kantonspolizei. «Chabos wissen, wer der Babo ist», schreibt die Polizei dazu. Sowohl die Kantonspolizei als auch Accounts der Szene teilen und liken fleissig die gegenseitigen Postings. «Wir versuchen auch über soziale Medien präventiv für Verkehrssicherheit zu sorgen», schreibt die Polizei in einer Instagram-Story – die nach 24 Stunden allerdings wieder verschwindet.

Manch einer wundert sich über den ungewöhnlichen Umgang der Kantonspolizei auf der Social-Media-Plattform. Auf Anfrage schreibt Polizeisprecher Martin Schütz: «Ziel unserer Kommunikation ist, dass unsere Botschaften von den jeweiligen Ziel- oder Ansprechgruppen gehört werden. Deshalb gehen wir dorthin, wo sich diese aufhalten.» Das könne durchaus auch interaktiv mit den Userinnen und Usern sein, findet Schütz. «Natürlich achten wir bei unseren Wortmeldungen auf unser Selbstbild und die Wirkung.» Zugleich sagt er: «Wir dürfen auch nicht langweilig sein und uns nicht auf das Verbreiten von Werbebotschaften beschränken; das bringt keinen Nutzen.»

Kantonspolizei will Verständnis und Vertrauen aufbauen

Es gebe durchaus auch «vernünftige Autofans, die mit ihrer Stimme in der Szene für einen mässigenden Effekt sorgen können», sagt Schütz. Und die sich bei einem Aufruf der Kantonspolizei zur Zusammenarbeit auch beteiligt hätten. Gerade bei jungen Menschen ginge es auch um gewollte Abgrenzungen. Schütz sagt:

«Tatsächlich kann es deshalb sein, dass einzelne Kanäle oder Botschaften für ein aussenstehendes Publikum befremdlich wirken.»

Allerdings stelle die Kantonspolizei bei der Autoszene fest, dass ihre Botschaften bei der Zielgruppe «sehr gut ankommt und unsere Botschaften verstanden werden». Damit schaffe die Polizei Verständnis für Präventions- und Repressionsmassnahmen sowie Vertrauen. «Und dies vereinfacht wiederum die Arbeit im persönlichen Kontakt, insbesondere bei Kontrollen», meint Schütz.

Nachahmung bei den Sprayern ist möglich

In anderen Gruppierungen, wie beispielsweise bei Sprayern, sei ein ähnliches Vorgehen derzeit zwar nicht vorgesehen. «Wenn die jeweilige Szene auf sozialen Netzwerken ansprechbar ist, wäre das aber durchaus möglich.» Für ihre Präsenz auf Social Media erhalte die Polizei positive Rückmeldungen, sagt Schütz: «Die Inhalte werden denn auch wacker geteilt und nicht selten auch geliked.»

Jetzt baut die Polizei ihre Präsenz auf Instagram aus: Neben Raphael Schneider ist die Jugendpolizistin Tosca Stucki nun ebenfalls als «iCop», also Instagram-Polizistin unterwegs. Auf ihrem Account teilen sie Erlebnisse aus dem Polizeialltag. Stucki postete am Freitag ein Video, in dem sie zum viralen Hit «Friday» tanzt. Prompt machen verschiedene Autoliebhaber-Profile auf den Account aufmerksam und fordern dazu auf, der Polizistin zu folgen.

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