Leichtathletik
Simone Werner und Silvan Wicki: Zwei Turteltauben auf Erlebnisreise

Sie turteln, necken sich, geniessen das junge Glück. Ein süsser Anblick. Seit Anfang Mai hängt der Himmel der Riehener OB-Leichtathleten Silvan Wicki und Simone Werner voller Geigen.

Jonas Burch
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Silvan Wicki und Simone Werner haben nur Augen füreinander – und die Leichtathletik. jbu

Silvan Wicki und Simone Werner haben nur Augen füreinander – und die Leichtathletik. jbu

Frisch verliebt und sportlich auf der Überholspur – das Leben kann so schön sein. Im Juni hat Werner über 400 Meter und Wicki über 200 Meter und in der 4x100-Meter-Staffel die U20-WM-Limite für Barcelona erreicht. Ist es die Liebe, die dem Duo einen solchen Aufschub gibt? «Vielleicht ein bisschen», schmunzelt Werner. «Nein, im Ernst. Wir haben hart für diese Erfolge gearbeitet. Ausserdem ist das mit uns beiden ja noch recht frisch», ergänzt die 19-Jährige und blickt ihrem Silvan tief in die Augen.

Das Highlight der Karriere

Die WM wird für die beiden das Highlight der noch jungen Karriere. Nervös sind sie nicht. Noch nicht. «Silvan hat eine unglaubliche mentale Stärke, das ist sein grösster Trumpf», sagt Sabine Wicki, die Mutter und Trainerin der beiden Sprint-Talente. Einzig eine hartnäckige Blockade am Oberschenkel gibt dem Basler zu denken. «Ich weiss nicht, was da los ist», sagt er ratlos, «wahrscheinlich werde ich das Trainingspensum in den nächsten Wochen reduzieren, dann kommt das wieder gut.» Das Leiden scheint den herausragenden Leistungen aber keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil. Mit 21,51 Sekunden über 200 Meter und der damit verbundenen Limite hat der Schüler alle überrascht. Seine Mutter ganz besonders. «Wir haben gar nie über die WM gesprochen, da niemand mit so einem Exploit gerechnet hat», sagt sie stolz.

Bescheiden formuliert Wicki seine persönlichen Ziele für Barcelona. «Ich werde versuchen, eine neue persönliche Bestzeit zu erreichen. Aber rangmässig habe ich mir keine konkreten Ambitionen gesetzt.» Gleiches gilt für Simone Werner, die sich mit einer Zeit von 55,03 Sekunden über 400 Meter qualifiziert hat. «Mein Ansporn wird sein, unter 55 Sekunden zu laufen», sagt sie. Trainerin Sabine Wicki nickt. «Mit ihrer aktuellen Form ist das durchaus realistisch.»

Der Druck wird grösser

Dass die Topleistungen auch in der nationalen Szene nicht unbemerkt bleiben, versteht sich von selbst. Der Druck von aussen wird grösser, die Erwartungen ebenso. Vor allem Sprint-Rakete Wicki steht mit seinen jüngsten Erfolgen mehr denn je im Fokus. Überraschend cool sagt er: «Den grössten Druck legt man sich selber auf. Deshalb ist die gestiegene Erwartungshaltung für mich absolut kein Problem.» Augen haben die Turteltauben derzeit ohnehin nur füreinander. Und natürlich für ihre zweite Leidenschaft – die Leichtathletik.

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