Politischer Vorstoss
Grüne wollen die Güterstrasse vom Autoverkehr befreien

Das Gundeli soll attraktiver für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für Geschäfte werden, finden die Grünen. Ein Schritt dahin könnte eine fast komplett autofreie Zone zwischen Bahnhof und Tellplatz sein.

Silvana Schreier
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Die Güterstrasse wird fast den ganzen Tag über stark genutzt von Autos, Velos, Trams und Lieferanten.

Die Güterstrasse wird fast den ganzen Tag über stark genutzt von Autos, Velos, Trams und Lieferanten.

Kenneth Nars

Einkaufen, Kaffee trinken, den Coiffeur aufsuchen oder arbeiten: Die Güterstrasse im Gundeldinger Quartier wird vielseitig genutzt. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich der Verkehr: Autos, Velos und Tram. Kein Wunder wird es oft eng auf der Achse durchs Gundeli.

Grünen-Grossrat Oliver Thommen möchte diesem Umstand mit seinem neuesten Vorstoss angehen. In seinem Anzug fordert er «ein attraktives Zentrum für Gundeldingen». Darum soll der Regierungsrat prüfen, ob der Abschnitt der Güterstrasse zwischen dem Meret Oppenheim-Platz und dem Tellplatz vom Autoverkehr weitgehend befreit werden kann.

Zwischen dem Tellplatz und dem Bahnhofausgang Gundeli soll eine autofreie Zone eingerichtet werden.

Zwischen dem Tellplatz und dem Bahnhofausgang Gundeli soll eine autofreie Zone eingerichtet werden.

Kenneth Nars

Ist das Bedürfnis überhaupt da?

Die Temporeduktion auf 30 Kilometer pro Stunde ist für Thommen nicht genug. «Es bleibt die Problematik, dass viele Personen die Güterstrasse für die Durchfahrt mit dem Auto nutzen, daneben mehrere Tramlinien durchfahren und die Güterstrasse für Velofahrende aufgrund der Fahrbahngestaltung gefährlich und für zu Fussgehende unübersichtlich ist», schreibt er im Vorstoss. Darum sollen die autofreien Abschnitte die Lebensqualität verbessern sowie die Lage attraktiver für Geschäfte machen.

CVP-Grossrätin und Anwohnerin Beatrice Isler ist skeptisch: Eine solche Entscheidung sei einschneidend.

«Diese Forderung kann nur funktionieren, wenn man zuerst mit der Quartierbevölkerung spricht und abklärt, ob das Bedürfnis für eine autofreie Zone da ist.»

Persönlich hält Isler nicht viel von Thommens Idee. «Wir im Gundeli leiden aktuell stark unter den Baustellen im Dreispitz und in der Wolfsschlucht. Bereits jetzt sucht sich der Verkehr einen Weg durch die Quartierstrassen», sagt Isler. Diese Problematik soll zuerst entschärft werden, bevor neue Veränderungen angestrebt werden. Denn: «Sollte die Güterstrasse gesperrt werden, befürchte ich ein höheres Verkehrsaufkommen in den oft beruhigten Seitenstrassen.»

«Moderate Forderung»

Thommen erwidert, der Vorstoss sei keineswegs aus der Luft gegriffen. Insbesondere für Betriebe mit Aussengastronomie sei die aktuelle Situation störend. Zudem sei seine Forderung «moderat»: «Es geht ja nicht darum, die Strasse komplett autofrei zu gestalten, sondern darum, den Verkehr zu beruhigen.» Mit den Änderungen soll erreicht werden, dass der Autoverkehr auf die Meret Oppenheim-Strasse ausweicht.

Beim Bahnhofausgang Gundeli halten oft Autofahrende, die jemanden aussteigen lassen. Das soll künftig auf der Meret Oppenheim-Strasse passieren.

Beim Bahnhofausgang Gundeli halten oft Autofahrende, die jemanden aussteigen lassen. Das soll künftig auf der Meret Oppenheim-Strasse passieren.

Kenneth Nars

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