Persönlich
«Ich habs Euch ja gesagt!»

Der Wetterdienst Meteo Schweiz gibt neuerdings die Unsicherheit seiner Regenprognosen an. Geholfen ist damit kaum jemand – ausser den Meteorologen selbst.

Andreas Möckli
Andreas Möckli
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Es scheint kein Tag zu vergehen, an dem es nicht regnet.

Es scheint kein Tag zu vergehen, an dem es nicht regnet.

Urs Flüeler / Keystone

Das Leben eines Prognostikers ist schwer. Egal ob Börsenanalyst oder Meteorologe: Da mag das Modell für die Vorhersage noch so gut sein, manchmal will sich die Realität einfach nicht daran halten.

Eine besondere Herausforderung für die Wetterbeobachter stellt der Sommer dar. Die Laufbahn und Intensität eines Gewitters richtig vorherzu­sagen, ist knifflig. Die Ausgabe 2021 ist dabei eine besondere Knacknuss, scheint gefühlt kaum ein Tag zu vergehen, an dem es nicht doch regnet. Der nationale Wetterdienst Meteo Schweiz ist nun seit kurzem dazu übergegangen, ihre Kunden mit einem neuen Graph zu beglücken. Die grau gefärbten Balken kennt der Nutzer bereits. Dieser zeigt, wie viel es pro Stunde regnen wird. Nun gibt es noch einen transparenten Balken, der die Unsicherheit der Prognose abbilden soll. Je grösser die transparente Fläche, desto unsicherer die Vorhersage.

Stellt sich die Frage, wem das etwas bringen soll. Der Kunde weiss jetzt zwar, dass es theoretisch auch mehr oder über eine längere Zeitperiode regnen kann, als die Basisprognose zeigt. Wir wissen jetzt also: Es kann am nächsten Tag nur kurz und nur ­wenig regnen, es kann aber auch einer dieser berühmten Starkregen über uns herunterbrechen. Vielmehr dient der neue Graph ganz einfach der Absicherung der Meteorologen. Egal welches Szenario eintrifft, kann er oder sie dann entgegnen: «Ich habs Euch ja gesagt!» Wir danken herzlich.

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