Mobilität
Per Velo-Highway ins Südbadische

14 Millionen Franken soll die Strecke zwischen Basel und Schopfheim kosten. Die Schweiz könnte sich beteiligen.

Peter Schenk
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Separate Velowege bieten mehr Sicherheit.

Separate Velowege bieten mehr Sicherheit.

Benjamin Manser

Ein Wochenendausflug mit dem Velo von Basel ins schöne Städtchen Schopfheim im Wiesental könnte bald schneller und vor allem sicherer sein. Hier soll auf 17,6 Kilometern eine Art Velo-Autobahn entstehen – getrennt vom übrigen Verkehr, wenn immer möglich mit Vortritt für die Velofahrenden und mit wenigen lästigen Kreuzungen.

Das von den Grünen regierte Bundesland Baden-Württemberg will den Anteil der Velos am Gesamtverkehr bis 2030 auf 20 Prozent steigern. Dazu beitragen sollen neue Radschnellwege – unter anderem, weil sie eben schneller sind. Einer der ersten zehn im Land wird die Verbindung ins Wiesental sein. Neben Baden-Württemberg und dem Deutschen Bund könnte die Schweiz im Rahmen des Agglomerationsprogramms der vierten Generation, das im Juni eingereicht wird, einen Teil der Kosten von 14 Millionen Franken übernehmen.

2028 soll die Eröffnung gefeiert werden

Aufgrund des Siegeszuges der E-Bikes spielen Steigungen auf einer Strecke nicht mehr eine so grosse Rolle. Laut dem Magazin von Pro Velo waren 2020 über ein Drittel der in der Schweiz verkauften Velos E-Bikes. Philipp Schoch, Co-Präsident von Pro Velo beider Basel, sieht beim Veloverkehr die Sicherheit als oberstes Ziel. «Ein separates Trassee ist immer gut. Je besser das Angebot ist, desto eher steigen die Leute auf das Velo um», sagt er hinsichtlich der künftigen Strecke ins Wiesental.

Die Planungen dafür sollen laut Landkreis Lörrach bis 2024 abgeschlossen sein, fertig wäre sie dann 2028. Ursprünglich waren auch Schnellstrecken zwischen Weil am Rhein und Efringen-Kirchen sowie von Basel am Hochrhein Richtung Badisch-Rheinfelden geprüft worden, aber fallengelassen worden, weil das Potenzial nicht ausreichend war. Für Basel – Schopfheim geht man von mehr als 2000 Velofahrten am Tag aus. Eine weitere Verlängerung nach Zell steht wegen geringer Nutzungszahlen nicht mehr auf dem Programm.

Patrick Leypoldt, Geschäftsführer von Agglo Basel, sieht in der Radschnellverbindung «eine deutliche Qualitätssteigerung», die vor allem den Pendlern diene. Wenn diese vom Auto oder auch vom ÖV aufs Velo umsteigen, würde dies die Umweltbelastung reduzieren.

Keine Bauarbeiten in der Stadt Basel

Der Anteil des Bundes an dem Projekt könnte 30 bis 50 Prozent betragen. Ob die Schweiz mitfinanziert und in welcher Höhe, entscheidet das Parlament im Herbst 2023. Erste Hinweise auf die Berner Meinung zum Projekt erwartet Leypoldt für Sommer 2022. Die Velo-Autobahn verläuft ebenerdig und ist bei Gegenverkehr vier Meter breit. Vorgesehen ist auch eine hohe Qualität des Belags. Gemeinden wie Haagen, Hauingen, Steinen und Maulburg werden angebunden, auch das neue Zentralklinikum bei Lörrach soll gut erreichbar sein.

In Basel sind laut Agglo Basel keine Bauarbeiten geplant, gegebenenfalls müsse man allerdings den Veloweg verbreitern, Markierungen anbringen oder Poller verschieben. In Lörrach nähert sich die Strecke östlich der Bahntrassee über die Riehenstrasse der Grenze, in Riehen verläuft sie über den Lettackerweg am westlichen Rand des Stettenfelds.

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