Pendeln
Grenzgänger auf dem Vormarsch: Jeder Fünfte arbeitet in der Schweiz

Die Grenzgängerzahlen aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut steigen wieder.

Peter Schenk
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Die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger nimmt wieder zu. Auf dem Bild der Grenzübergang Basel Hiltalingerstrasse mit dem Rheincenter im Hintergrund.

Die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger nimmt wieder zu. Auf dem Bild der Grenzübergang Basel Hiltalingerstrasse mit dem Rheincenter im Hintergrund.

Bild: Kenneth Nars/BLZ

Nachdem es 2018 einen Rückgang gegeben hatte, hat die Zahl der Grenzgänger aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut 2020 mit einer Zunahme von rund 900 fast wieder die Rekordzahl von 2016 erreicht. 36 500 Personen sind es, die zur Arbeit in die Schweiz pendeln.

Aus dem Landkreis Lörrach sind mit über 10'500 mit Abstand die meisten im Kanton Basel-Stadt tätig, gefolgt von Baselland mit 6600. Anders sieht dies im Landkreis Waldshut aus. Hier arbeiten mit 7200 mit Abstand die meisten im Aargau, der noch vor Baselland liegt, wenn man die Grenzgängerzahlen beider Landkreise zusammenzählt. Die Grenzgängerstatistik wird regelmässig von der Wirtschaftsregion Südwest erhoben, das ist die Wirtschaftsförderungsorganisation der beiden Landkreise. Sie bezieht sich auf die offiziellen Zahlen des Schweizer Bundesamts für Statistik. Erhoben wird die Anzahl der Grenzgängerbewilligungen.

Dies ist die verlässlichste Zahl, auch wenn es Inhaber von Bewilligungen geben kann, die diese nicht mehr nutzen. Die Grenzgängerstatistik spiegelt mit der Berücksichtigung der Bewilligungen deshalb auch nicht die Auswirkungen von Corona im Jahr 2020 wider.

Die Gemeinde mit den meisten Grenzgängern

In absoluten Zahlen kommen die meisten der Grenzgänger im Landkreis Lörrach aus den grenznahen Städten Lörrach (5377), Rheinfelden (3587), Weil am Rhein (3339) und Grenzach-Wyhlen (2214). In Lörrach arbeitet jeder Vierte in der Schweiz, in Grenzach-Wyhlen sind es sogar 35 Prozent. Einen hohen Grenzgängeranteil haben auch Gemeinden wie Inzlingen mit 37,5 Prozent oder Binzen mit 31 Prozent.

Ausserhalb der beiden Landkreise pendeln aus dem Landkreis Breisgau Hochschwarzwald, Emmendingen, Freiburg und Konstanz insgesamt 25'800 Grenzgänger in die Schweiz, was eine Gesamtzahl von 62'300 deutscher Grenzgänger ergibt. Abzuwarten bleibt, ob und wie schnell sich das Scheitern des Rahmenvertrags mit der EU auf die Zahl der deutschen Grenzgänger auswirken wird.