Grosser Rat
Heuwaage bekommt ein neues Hochhaus und verliert bezahlbare Wohnungen

Das Hochhaus «Steinentor» an der Basler Heuwaage soll durch einen Neubau mit 30 zusätzlichen Wohnungen ersetzt werden. Der Grosse Rat stimmte dem Projekt grossmehrheitlich zu.

Silvana Schreier
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Die Regierung ist sich einig: Das Hochhaus «Steinentor» braucht eine Totalsanierung.

Die Regierung ist sich einig: Das Hochhaus «Steinentor» braucht eine Totalsanierung.

Kenneth Nars

Dass die Heuwaage einen Neuanstrich braucht, scheint in Basel-Stadt unbestritten. Besonders das Hochhaus «Steinentor» ist vielen ein Dorn im Auge. Die Basellandschaftliche Pensionskasse als Besitzerin des Gebäudes hat sich für eine Totalsanierung entschieden. Nun fällte der Grosse Rat den Beschluss über den Ratschlag der Basler Regierung. Mit 80 Ja-Stimmen bei 15 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen wurde dem Bericht zugestimmt.

Der Vorschlag von Miller & Maranta sieht einen frei stehenden Bau vor. Im Neubau sollen knapp 30 zusätzliche Wohnungen entstehen und er wird mit 74 Metern fast doppelt so hoch wie die jetzige Liegenschaft. Die Investition soll 85 Millionen Franken betragen.

70 Wohnungen, 74 Meter hoch: Das neue Hochhaus soll das jetzige sanierungsbedürftige Gebäude ersetzen.

70 Wohnungen, 74 Meter hoch: Das neue Hochhaus soll das jetzige sanierungsbedürftige Gebäude ersetzen.

Visualisierung: zvg

LDP-Grossrat Jeremy Stephenson sagt: «Es war das erste Hochhaus in der Altstadt.» Nun sei eine Veränderung nötig, sagt der Präsident der Bau- und Planungskommission des Grossen Rats, die das Geschäft bearbeitet. Aufgrund der hohen Investitionen werde preisgünstiges Wohnen kaum möglich sein. Um die Kosten decken zu können, müssten pro Quadratmeter 350 Franken verlangt werden. Einzig die Wohnungen an den stark befahrenen Strassen könnten günstiger vermietet werden.

Regierungsrätin Esther Keller schliesst sich der Kommission an. «Es ist gut, dass Bewegung in das Gebiet Heuwaage kommt.» Auch im Bereich des Birsig-Parkhauses würde demnächst etwas passieren, verspricht die Baudirektorin.

«Steinentor» sanieren statt abreissen

Tonja Zürcher vom Grünen Bündnis hält dagegen. Ihre Fraktion lehnt den Bebauungsplan ab. «Er ist aus der Zeit gefallen», so Zürcher. Denn heute zentrale Aspekte wie der Erhalt und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum würden nicht berücksichtigt. Zürcher:

«Mit dem Neubau gehen 41 bezahlbare Wohnungen verloren, ersatzlos.»

Das Grüne Bündnis fordert deshalb, dass das bestehende Hochhaus «Steinentor» saniert wird und somit weiterhin günstiger Wohnraum besteht.

Der Neubau soll nicht an die Häuser in der Umgebung angeschlossen werden, sondern frei stehen.

Der Neubau soll nicht an die Häuser in der Umgebung angeschlossen werden, sondern frei stehen.

Visualisierung: zvg

SVP-Grossrat Pascal Messerli unterstützt das Vorhaben. «Seien wir ehrlich, die Heuwaage ist nicht der ansehnlichste Ort in unserer Stadt.» Darum würde seine Fraktion das Projekt aus städtebaulicher Sicht begrüssen. Man freue sich über Aufwertungen, die im Gange sind. Zudem mache es Sinn, an dieser Stelle verdichteter zu bauen und mehr Wohnraum zu schaffen.

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