Lockdown im Grenzgebiet
Shopping in Frankreich weiterhin auch ohne PCR-Test möglich

Seit fast zwei Wochen ist Frankreich nun im Lockdown. Was das für die Grenzregionen bedeutet, war lange unklar. Aber langsam lichtet sich das Chaos.

Helena Krauser
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Die Dreiländerbrücke zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Die Dreiländerbrücke zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Archivbild: Nicole Nars-Zimmer

Seit die Baslerinnen und Basler nicht mehr nach Weil und Lörrach zum Einkaufen und Spazieren können, stellt sich immer häufiger die Frage: Wie sieht es in Frankreich aus? Spätestens seit sich das Land im dritten Lockdown befindet, herrscht eine grosse Verwirrung um diese Frage. Noch vergangene Woche konnte nicht einmal die trinationale Informationsstelle Infobest Palmrain konkrete Auskünfte geben, da sie selbst erst bei den zuständigen zentralen Verwaltungsstellen in Frankreich nachfragen mussten. Mittlerweile konnten Marc Borer von Infobest und seinen Kolleginnen und Kollegen aber detailliertere Antworten einholen. Trotzdem empfiehlt Borer, die entsprechenden französischen Websites zu konsultieren.

Einige Fragen liessen sich aber klären: So bestätigt Borer beispielsweise, dass es weiterhin möglich ist nach Saint-Louis oder Mulhouse einkaufen zu gehen. Auch ein Spaziergang in der Petite Camargue oder ein Besuch auf dem Pferdehof in Leymen ist für alle diejenigen, die in Basel leben, möglich.

Generell gilt, dass alle Einreisenden einen negativen PCR-Test vorweisen müssen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Davon ausgenommen sind aber Grenzgänger, der Warentransport und Personen die in den Grenzregionen leben und sich nicht länger als 24 Stunden im Land aufhalten.

Neu ist die Regelung für den Zehn-Kilometer-Radius. Für in Frankreich oder den Grenzregionen wohnhaften Menschen gilt, dass sie sich ohne Passierschein oder Coronatest von 6 bis 19 Uhr frei in einem Umkreis von zehn Kilometer um ihren Wohnort bewegen dürfen. Als Ausgangspunkt gilt also auch für in der Schweiz Lebende der Wohnort und nicht die Grenze. Ebenfalls an den Wohnort gebunden ist die Regelung für den 30-Kilometer-Radius. Wer sich innerhalb von diesem Radius bewegt, braucht aber einen Passierschein, auf französisch Attestations-de-deplacement. Das Formular muss ausgedruckt und ausgefüllt mitgeführt werden.

Bestätigung des Wohnorts erforderlich

In der Nacht von 19 Uhr bis 6 Uhr gilt allerdings eine Ausgangssperre, während der man sich nur mit wichtigem Grund und einem Passierschein draussen aufhalten darf. Da der Ausgangspunkt für die Bemessung des Radius, der Wohnort ist, dürfen sich Bewohnerinnen und Bewohner aus Allschwil logischerweise in Frankreich weitere Strecken ins Landesinnere fahren als Bewohner von Arlesheim oder Liestal.

Borer empfiehlt bei Unsicherheiten über die genaue Distanz, immer einen ausgefüllten Passierschein mit sich zu führen. Ausserdem sollte man ein offizielles Dokument dabei haben, auf dem der Wohnsitz angegeben ist.

Das gilt für die Einreise nach Baden-Württemberg

Regeln in Deutschland

Für die Einreise nach Baden-Württemberg gab es in letzter Zeit keine grösseren Veränderungen. Weiterhin gilt: Das Robert-Koch-Institut stuft die Schweiz als Risikogebiet ein. Deshalb müssen sich alle Personen, die aus der Schweiz einreisen, unverzüglich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Dabei gibt es allerdings einige Ausnahmen. Beispielsweise gilt diese Regelung nicht für Durchreisende, Personen, die aus beruflichen oder schulischen Gründen einreisen oder Personen, die mit einem ärztlichen Zeugnis belegen können, dass sie vor mindestens 21 Tagen und maximal drei Monaten an einer Corona-Infektion erkrankt waren. Personen, die in den Grenzregionen wohnen, dürfen nach Baden-Württemberg einreisen, wenn sie beispielsweise einen Verwandten oder Partner besuchen oder einen dringenden Arzttermin wahrnehmen müssen. Der Aufenthalt in Deutschland darf allerdings nicht «überwiegend aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs» geschehen.

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