Lager gefüllt

Die Spitäler beider Basel bunkern über eine Million Masken

Die Gesundheitsämter und Institutionen der beiden Basel haben schon jetzt erste Lehren aus der Coronakrise gezogen. Die Lager sind zudem gut gefüllt mit Schutzmaterial wie Masken, Schutzmäntel und Desinfektionsmittel. Wie sieht es bei den Spitälern aus?

Silvana Schreier
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Beide Basel haben ihre Lager inzwischen wieder gut befüllt. In Basel-Stadt reicht der Vorrat für rund vier Monate.
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Auch das Universitätsspital Basel lagert unzählige Masken. Sprecher Nicolas Drechsler sagt: «Pro Tag verbrauchen wir locker 10000 Stück, besonders da jetzt alle Kliniken wieder geöffnet sind.»
Die Spitäler beider Basel bunkern über eine Million Masken
Auch das Baselbiet hat auf die anfänglichen Versorgungsschwierigkeiten reagiert: Das Kantonsspital Baselland hat zurzeit rund 150000 Masken an Lager.

Beide Basel haben ihre Lager inzwischen wieder gut befüllt. In Basel-Stadt reicht der Vorrat für rund vier Monate.

Ennio Leanza/Keystone (Symbolfoto

Die Aufregung war gross, als es zu Beginn der Coronakrise hiess, die Bestände des Kantons Basel-Stadt an Atemschutzmasken seien zu klein. Und die gelagerten Produkte hätten bereits ihr Ablaufdatum überschritten. Nun, Wochen danach, scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Meldungen aus Spitälern, die zu wenig Schutzkleidung oder Masken hätten, gehören der Vergangenheit an.

Dennoch ging die Coronakrise nicht spurlos an den Gesundheitsdepartementen und Institutionen vorüber. Sie haben schon jetzt ihre Lehren aus den Versäumnissen gezogen. So hat das Universitätsspital Basel derzeit sein Lager mit einer Million chirurgischer Masken gefüllt. Nicolas Drechsler, Sprecher des Unispitals, sagt zur bz: «Pro Tag verbrauchen wir locker 10'000 Stück, besonders da jetzt alle Kliniken wieder geöffnet sind.» Die aktuellen Bestände könnten das Unispital über 40 bis 50 Wochen hinweg versorgen, bei verantwortungsvollem Umgang: Das ist die doppelte Dauer, die das Spital laut Epidemiegesetz garantieren müsste.

Unispital fällt auf falsche Masken rein

Ein Vorfall vor einigen Wochen gab den Verantwortlichen im Unispital besonders zu denken: In der Not kaufte man 10'000 FFP-2-Masken auf dem Online-Portal brack.ch, wie SRF berichtet. Beim Auspacken der Produkte habe man bemerkt, dass die Masken gar nicht den Standards entsprechen würden. Das mitgelieferte Zertifikat war ausserdem stellenweise geschwärzt worden. Eine Fälschung, stellt das Unispital fest. «Brack.ch» widerspricht gegenüber der bz: Die Zertifikate seien geprüft worden und korrekt gewesen. Das Spital sei lediglich mit der Passform der Masken nicht zufrieden gewesen.

Die Coronakrise – und vielleicht auch die schlechte Erfahrung beim Masken-Einkauf – hat das Unispital besonders eines gelehrt: «Bei gewissen Produkten, wie eben den Masken, darf man sich nicht darauf verlassen, dass sie immer lieferbar sind. Auch wir als grosses Spital in diesem Land kommen da an unsere Grenzen», so Drechsler. Darum würden sie nun ein besonderes Augenmerk auf den Bestand der Masken, Schutzmäntel und gewisser Medikamente legen.

Kanton Basel-Stadt versorgte auch Alterszentren, Spitex und Ärztinnen

Das Basler Gesundheitsdepartement musste in den vergangenen Wochen ebenfalls eingreifen: «Auch wir haben Angebote von unzureichender Qualität erhalten, konnten aber rechtzeitig sicherstellen, dass die Mangelware nicht in den Umlauf kommt», sagt Sprecherin Anne Tschudin. Das Lager des Kantons sei derzeit gut gefüllt.

«Wir können die Versorgung von rund vier Monaten abdecken. Dies erlaubt uns, auch bei ansteigendem Bedarf genug Spielraum zu haben und das Gesundheitswesen sicher unterstützen zu können.» Denn der Kanton versorgt auch Alterszentren, Spitex, medizinische Therapeutinnen, Ärzte oder Personen in Quarantäne. Seit Februar 2020 gab das Gesundheitsdepartement rund eine Million Hygienemasken heraus.

Baselbieter Spitäler sind für allfällige zweite Welle gerüstet

Im Baselbiet wurde ebenfalls bereits auf die anfänglichen Versorgungsschwierigkeiten reagiert. Das Kantonsspital Baselland (KSBL) hat zurzeit rund 150'000 Masken an Lager – pro Woche liegt der Verbrauch in den Spitälern bei etwa 18'000 Stück.

Unterstützt wurden sowohl die Institutionen des KSBL als auch Pflegeheime und Arztpraxen von der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion und dem kantonalen Krisenstab: «Wir haben eine gewisse Zeit lang Schutzmaterial in einer Priorisierung an Gesundheitsinstitutionen abgegeben», sagt Sprecher Rolf Wirz. Mittlerweile seien diese aber wieder selbst für die Beschaffung zuständig. Auch sei das Schutzmateriallager im Baselbiet ausreichend gefüllt. Wirz: «Da sich die Lagerbestände regelmässig verändern, geben wir keine genauen Zahlen bekannt.» Liege der Verbrauch auf durchschnittlichem Niveau, reiche das Material für mehrere Monate.

Das KSBL hat sich derweil entschieden, «noch vorausschauender zu planen», wie Sprecherin Anita Kuoni sagt. «So haben wir etwa bereits heute die Bestellungen für die Herbstmonate ausgelöst, sodass wir für eine allfällige zweite Welle des Coronavirus gerüstet wären.»