Kaserne

Der Weg zur Sonnenterrasse am Rhein ist versperrt – die Initianten einer Öffnung fühlen sich hintergangen

Die Kaserne am Rhein stellt einen Riegel zwischen Kleinbasel und seiner Rheinpromenade dar. Ein Vorstoss hatte verlangt, den Durchgang durchs Gebäude offenzuhalten. Doch die Hoffnung auf eine Lösung weicht immer mehr Resignation.

Nicolas Drechsler
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Soll durchlässiger werden: Die Kaserne, ein Riegel zwischen Kleinbasel und seiner Rheinpromenade. Archiv

Soll durchlässiger werden: Die Kaserne, ein Riegel zwischen Kleinbasel und seiner Rheinpromenade. Archiv

ZVG

«Die Öffnung wird immer kleiner und nachts wird sie geschlossen.» So lautet die Diagnose von Tino Krattiger, wenn es um den Durchbruch durch die Kaserne zum Rheinufer geht. Krattiger hatte, als er noch für die SP im Grossen Rat sass, einen Vorstoss eingereicht, man solle ebendiese Durchgängigkeit schaffen.

Eine Verbindung zwischen dem Kleinbasel und seiner Sonnenterrasse am Rhein. Darauf folgte eine Initiative des Komitees «Kulturstadt Jetzt!» Die 2013 zurückgezogen wurde, als der Kanton einen Architekturwettbewerb mit dem Ziel «Durchgang» in Auftrag gab. Der Konflikt schien gelöst. Doch nun, da ein Projekt mit Gesamtkosten von rund 45 Millionen Franken an den Grossen Rat übergeben wurde und die Diskussionen über das Modell der Architekten Focketyn Del Rio laufen, werden die Initianten misstrauisch. SP-Grossrätin Kerstin Wenk spricht von «vielen offenen Fragen».

Der Geschäftsführer von «Kulturstadt Jetzt!», Claudio Miozzari, sagt: «Es gibt unterschiedliche Positionen. Es ist toll, dass etwas passiert, aber auf der anderen Seite ist der Durchbruch zum Rhein immer kleiner geworden. Nun gibt es auch noch Öffnungszeiten.» In der Tat will der Kanton den Durchgang durch das Hauptgebäude nachts verriegeln.

Grundsätzliche Skepsis

Generell ist zu spüren: Die Kulturpolitiker sind hin- und hergerissen. Zum einen wollen sie eine Belebung der Kaserne, begrüssen die neuen Nutzungen im Inneren. Zum anderen sind sie enttäuscht, was städtebaulich möglich ist. «Die Umsetzung meines Anzugs ist sicher nicht gut», sagt Krattiger. Er hätte sich eine grosszügige Öffnung des Kasernen-Hauptbaus zum Rhein vorgestellt. Eine, die Tag und Nacht begehbar ist. Nun bekommt er eine Glastüre, die nachts zu bleibt. Und seitlich des Hauptbaus einen schmalen Durchgang zum Klingental hin.

«Das Anliegen einer Öffnung ist damit in keiner Art und Weise umgesetzt», sagt Krattiger und macht klar, bei wem er die Hauptschuld sieht. «Das Problem ist vor allem die Denkmalpflege, die permanent ihr Veto gegen mutige Lösungen einlegte.» Der ganze Prozess stimme ihn eher traurig, vor allem weil er «sehr intransparent» verlaufen sei.

Eine Korrektur durch den Grossen Rat wäre noch möglich. Der Ratschlag wird derzeit von der Bildungs- und Kulturkommission und der Bau- und Raumplanungskommission beraten. Er dürfte im Sommer den Weg ins Plenum schaffen. Ob es dann zur grossen Debatte über offene Fragen kommen wird, oder gar eine grundsätzliche Änderung eingebracht wird, ist fraglich. Denn die Kritiker wollen die erreichten Ziele nicht gefährden.

Die Rangeleien um die Moschee, die nun beigelegt scheint, die Frage nach Atelierplätzen, nach einer Lösung, mit der auch das Basel Tattoo leben kann, sie haben offenbar bereits einiges an Kraft gekostet. Nun auf Feld Eins zurückkehren, das will niemand. Auch nicht Claudio Miozzari: «Wir müssen das wohl ein Stück weit akzeptieren. Wenn inhaltlich etwas Tolles passiert, ist das vielleicht der Preis.» Ob dem wirklich so ist, ist schwer abzuschätzen. Die Verwaltung will sich angesichts der laufenden Kommissionsberatungen nicht äussern.