Persönlich

Das Nutella-Gate

Deborah Gonzalez
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«Ohne Nutella, ohne mich.»

«Ohne Nutella, ohne mich.»

HO

Stellen Sie sich vor, Sie warten die ganze Woche auf den einen Moment. Auf Freitagabend. Sie zählen die Tage, die Minuten. Können es kaum abwarten. Die Woche zieht sich in die Länge, dann ist der ersehnte Tag gekommen. Nach genau 283 Stunden warten, ist es soweit. Sie stellen den Computer ab und freuen sich wie ein Honigkuchenpferd. Auf was? Auf eine leckere Waffel mit Nutella. Es stellt sich allein noch die Frage: Hauptspeise oder Nachtisch?

Stellen Sie sich also vor, Sie stehen vor dem Laden, Ihnen läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie sind so kurz davor, endlich eine deliziöse Waffel zu essen. Auf den grossen, bunten Schildern sind schon welche abgebildet. Auch die Karte verspricht vieles – allen voran Nutella. Nicht irgendeine Schokoladensauce, sondern die Richtige. Schwarz auf weiss steht es dort auf der Karte.

Dann das Unglaubliche, das Sie sich nicht mehr vorstellen müssen, da es mir passiert ist. Gutgläubig wollte ich nicht gross nachfragen. Bis ich die Sauce in einem Behälter gesehen habe. Braun und flüssig. Zu flüssig. Das kann kein Nutella sein. Und tatsächlich: «Ist das Nutella?» «Ja, das ist Nutella.» «Richtiges Nutella?» «Nein.»

Auf einmal ist meine Freude weg. Mit einem einzigen Wort. Nein. Sie denken sich jetzt wahrscheinlich, dass es nur halb so schlimm sei. Aber es ist schlimm! Denn weder ist Nutella eine Schokosauce noch gilt das Umgekehrte. Auch nicht annähernd. Und das schmeckt man sofort. Ich, für meinen Teil, bin ohne Waffel aus dem Laden gelaufen. Ohne Nutella, ohne mich.