Das Geistschreiber
Von Büsinnen und Büsen

Jede zweite Woche schreibt das Geistschreiber über das Geschehen in das Region und das Welt.

Willi Näf
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Manchmal hat das Geistschreiber auch einfach eine Schnapsidee.

Manchmal hat das Geistschreiber auch einfach eine Schnapsidee.


Sarah Kunz / OLT

Heute mal ein Schnapsidee: Wir hören auf mit «der» und «die» und brauchen nur noch «das». Es würde das Diskussion um männlich und weiblich versächlichen. Also: Das Frau, das Mann, das Mensch. Das Sprache würde auf ein Chlapf viel realistischer. Ein Beispiel: der Lippenstift war bis jetzt männlich. Der Haushalt auch. Völliges Chabis. Männer schminken sich selten und drücken sich meistens. Ab sofort gilt: das Lippenstift und das Haushalt. Da fühlt sich auch das diskriminierte Minderheit der geschminkten Männer am Herd angesprochen.

Was war eigentlich am Intercity so männlich? Und was an der S3 weiblich? Eben. Genau nichts. Darum ab jetzt das S3, das Intercity, das Zug und das Eisenbahn. Oder besser noch die Eisenbahnen, es sind ja stets zwei Bahnen aus Eisen. Frei nach mein Tante, die statt der Busen die Büsen sagt. Weil diese ja meist zu zweit herumhängen. Recht hat mein Tante, maskulin singular passt wirklich nicht, kein Frau von Welt grüsst sein Oberweite morgens im Spiegel mit: Hoi Röbi, wie häsches? Noch stimmiger als Büsen wären Büsinnen. Und auch das sekundäre männliche Geschlechtsmerkmal hätte man dem Geschlecht anpassen können – der Glatz statt die Glatze. Aber das ist jetzt nicht mehr nötig, wir schaffen ja der und die ab.

Unfair ist halt, dass in das Mehrzahl alles weiblich wird. Der Macho, die Machos, der Herr, die Herren. Wir Männer fordern mehr Sichtbarkeit im Plural. Und wieso meinen Plural und Mehrzahl dasselbe, obwohl der Plural männlich ist, die Mehrzahl aber weiblich? Eben! Also fusionieren zu Plurzahl. Und dann abschaffen. Das Frauen mit das Büsinnen, das Männer mit das Glatzen.

Sicher, das Grammatik ist gewöhnungsbedürftig und das Duden wird kein Freude haben. Aber wenn wir aus Genus und Sexus, Maskulina und Feminina, Singular und Plural und dem ganzen Gerümpel ein Sprachmüesli zubereiten, dann erspart das unseren Kindern zwei Schuljahre, so dass sie mehr Zeit haben für Klimastreiks und Städteflüge. Das Linguisten dürfen in Frühpension und das Deutschlehrerinnen bekommen ein Traumatherapie oder Schnaps. Und ja, das Kolumnist schreibt in das Schreibstube auch manchmal unterstützt von Schnaps. Und zwar in recht hohem Plurzahl.

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