1.-August-Feier

Weber wollte als Festredner in Muttenz auftreten – dann meldete sich plötzlich Bundesrätin Sommaruga

Nachdem sie 2016 im Kanton Thurgau und vergangenes Jahr im Kanton Neuenburg gewesen war, wollte Bundesrätin Simonetta Sommaruga dieses Jahr unbedingt ins Baselbiet kommen. Jetzt muss sich Thomas Weber den Auftritt mit ihr teilen.

Daniel Ballmer
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Regierungsrat Weber (l.) war längst eingeladen, da meldete sich Simonetta Sommaruga (r.) in Muttenz

Regierungsrat Weber (l.) war längst eingeladen, da meldete sich Simonetta Sommaruga (r.) in Muttenz

zvg

Ein Unglück kommt selten allein. Neben den Wirren um seine Rolle in der Begünstigungsaffäre wird nun Thomas Weber auch in anderer Hinsicht an den Rand gedrängt. Bereits 2016 hatte der Baselbieter SVP-Regierungsrat zugesagt, in diesem Jahr an der 1.-August-Feier in Muttenz als Festredner aufzutreten. Doch dann die Überraschung: Plötzlich habe Bundesrätin Simonetta Sommaruga anfragen lassen, ob sie an der Feier vom 31. Juli auftreten könne. Klar, dass da keine Gemeinde Nein sagt.

«Damit hatten wir auf einmal ein Luxusproblem», erzählt Charles Keller, Präsident des Verkehrsvereins Muttenz. Zuerst habe sich Weber überlegt abzusagen. Die Gemeinde habe ihn aber überzeugen können, dennoch nach Muttenz zu kommen. «Wir haben ihm versprochen, zumindest als Erster reden zu dürfen», sagt Keller. «Das waren wir ihm schuldig.» Muttenz darf sich damit auf die Rede eines Regierungsrats und einer Bundesrätin freuen. Das Weggli und der Fünfer.

Ideale Gelegenheit zum Austausch

Die Justizministerin habe unbedingt ins Baselbiet kommen wollen. Parteikollege Eric Nussbaumer habe Muttenz empfohlen, «weil die Gemeinde eine schöne Feier hat», sagt der SP-Nationalrat. Offiziell heisst das dann so: «Bundesrätin Sommaruga nutzt den Anlass jeweils, um verschiedene Gegenden der Schweiz zu besuchen», erklärt Sprecherin Agnes Schenker. «Die Nationalfeier ist eine ideale Gelegenheit, um sich mit der Bevölkerung auszutauschen.» Worüber Sommaruga sprechen wird, wird noch nicht verraten.

«Die Anfrage kam überraschend», sagt Gemeinderätin Franziska Stadelmann. «Aber wir freuen uns natürlich sehr.» Zumal sich der Mehraufwand in Grenzen halten sollte. So wurde der Gemeinde versichert, dass sie sich nicht um die Sicherheit der Bundesrätin kümmern muss.

Gleichzeitig aber erwarten die Organisatoren einen grösseren Besucheraufmarsch als sonst. «Normalerweise kommen gegen 700 Besucher auf den Dorfplatz vor der reformierten Kirche», sagt Stadelmann. «In diesem Jahr rechnen wir mit rund 1000 Besuchern.» Ausserdem ist das Festprogramm leicht angepasst worden, um ein jüngeres Publikum verstärkt anzusprechen.

Auch Keller vom Verkehrsverein rechnet mit mehr Besuchern: «Seit 13 Jahren bin ich an der Organisation der Bundesfeier beteiligt, aber den Besuch eines Bundesratsmitglieds haben wir noch nie zustande gebracht», sagt er. «Das ist schon ein bisschen ein Höhepunkt.»