Wahlduell
Die bürgerliche Mehrheit in Gelterkinden wankt

Bei der Gemeinderatsersatzwahl Ende November droht dem Bürgerlichen Zusammenschluss ein weiterer Sitzverlust.

Simon Tschopp
Drucken
Sonia Gubitoso Menzel (links) vom Bürgerlichen Zusammenschluss Gelterkinden und Federico Tirri, parteilos.

Sonia Gubitoso Menzel (links) vom Bürgerlichen Zusammenschluss Gelterkinden und Federico Tirri, parteilos.

zvg

Sonia Gubitoso Menzel vom Bürgerlichen Zusammenschluss Gelterkinden (BZG) und der parteilose Federico Tirri duellieren sich bei der Gemeinderatsersatzwahl vom 28. November. Die beiden wollen Stefan Ruesch (BZG) beerben, der seit Mitte 2016 der Gelterkinder Exekutive angehört und auf Ende dieses Jahres zurücktritt.

Federico Tirri ist ein Ur-Gelterkinder

Tirri ist in Gelterkinden aufgewachsen und hier stark verankert. Er präsidiert die Gelterkinder Fasnacht (Gefa). Früher war er im Vorstand des Kulturvereins Marabu, Mitglied des Fussballclubs und Männerchors. Während vier Jahren sass er in der Gemeindekommission. Der 53-Jährige sagt:

«Ich kenne die Leute im Dorf, deshalb wäre ich geeignet als Gemeinderat.»

Er sei «sehr kommunikativ».

Als Gefa-Präsident kritisierte er im September den Gemeinderat, weil dieser im Rahmen der Sparmassnahmen die Kosten der Strassenreinigung nach der Fasnacht von 10'000 Franken ab nächstem Jahr den Veranstaltern aufbürden will. Dies stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit seiner Kandidatur, versichert Federico Tirri.

Er ist laut eigenen Angaben in den vergangenen paar Jahren schon zweimal von der SP als Bewerber für den Gemeinderat angefragt worden.

«Ich habe immer gesagt: ‹Das ist erst ein Thema, wenn ich älter werde.›»

Jetzt sei er älter und habe sich selbst entschieden, sich für diese Ersatzwahl zu melden, erzählt der ausgebildete Rettungssanitäter, der Teamleiter einer Notfallstation ist.

Falls er die Wahl schaffe, werde er sicher in die Finanzen involviert sein, was ihn sehr interessiere. Tirri möchte bei der Kommunikation einen Zacken zulegen, «die fehlt für mich ein wenig». Unterstützt wird der Parteilose von der SP, den Grünen und der EVP.

Sonia Gubitoso kennt das Gemeindewesen

Die 51-jährige Sonia Gubitoso ist selbstständige Unternehmerin mit einem Ladenlokal in Gelterkinden. Sie absolvierte in der dortigen Gemeindeverwaltung eine Lehre. Durch ihre langjährige Berufstätigkeit in der öffentlichen Verwaltung kenne sie sich im Gemeindewesen «sehr gut» aus. Sie sei sowohl Dienstleisterin als auch Macherin, sagt Gubitoso.

«Ich meine, dass ich mich für die Gemeinde als jemanden einbringen kann, der zum Wohl aller agieren kann.»

Sie will im Gemeinderat dazu beitragen, dass zwischen Exekutive, Verwaltung und Einwohnerschaft eine konstruktive Zusammenarbeit stattfindet. Auch möchte sie wieder ruhigeren finanziellen Zeiten entgegenblicken. Sonia Gubitoso ist ebenfalls eine Fasnächtlerin und hat jahrelang dem Vorstand der Gelterkinder Fasnacht angehört. Die Kandidatin der Bürgerlichen lehnte eine Einladung der SP zur Anhörung ab mit der Begründung:

«Ich schätze den direkten und persönlichen Kontakt zu Menschen.»

Während des Wahlkampfs stehe sie bei vier öffentlichen Terminen allen für Fragen zur Verfügung.

Sollte Federico Tirri gewählt werden, würde der BZG die Mehrheit im Gelterkinder Gemeinderat verlieren. Dieser setzt sich derzeit aus vier Bürgerlichen, zwei SP-Vertretern und einem EVP-Mann zusammen. Bis Ende Juni 2017 hatte der Bürgerliche Zusammenschluss gar noch fünf Mandate inne.

Aktuelle Nachrichten