Regiosport

Vom Gewitter geplagt: Der Liestaler Stedtlilauf mit klaren Siegern

Der diesjährige Stedtlilauf wartete mit viel Publikum auf. Und mit einem meteorologischen Primeur.

Ulrich Fluri
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Ein Anlass für Gross und Klein: Stedtlilauf in Liestal.

Ein Anlass für Gross und Klein: Stedtlilauf in Liestal.

Nicole Nars-Zimmer. niz

Nichts zu sehen von der sonst üblichen Beschaulichkeit und Idylle gestern Abend in der schmucken Liestaler Altstadt. Dafür Riesengewusel, verursacht von 790 Joggerinnen und Joggern und deren Begleitpersonen.

Diesmal hatten die Sportler das Sagen, und sie waren nicht auf Einkaufsbummel, sondern rannten auf schnellen Sohlen durchs Stedtli. Die Hunderten Läuferinnen und Läufer verwandelten den Start-Zielraum auf dem Zeughausplatz temporär in eine stimmungsvolle Sportarena.

Riesengedränge am Start

Wegen dieser neuen Platzaufteilung war das grosse Publikum nicht in der Rathausstrasse, sondern dort wo die Post abging: eben auf dem Zeughausplatz. Das Herzstück des Stadtlaufs also nicht mehr in der Rathausstrasse – dies kam nicht überall gut an. Mit dem Problem der vermeintlich störenden Bänke im Stedtli werden die Organisatoren sich in Zukunft noch vertieft befassen müssen.

Eigentlich kurios seit eh und je: Riesengedränge am Start, schmale Passagen, rhythmusbrechende Richtungsänderungen, und das alles auf pickelhartem Asphalt – ideale Voraussetzungen für wohltuendes Joggen sind das nicht.

Tränen und Medaillen bei den Jüngsten

Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen vermag der Liestaler Stadtlauf alljährlich bei Aktiven und beim zahlreichen Publikum zu faszinieren. Den gewieften Organisatoren des TV Liestal mit OK Chef Pascal Bergamin darf attestiert werden, dass ihr Stadtlauf in der regionalen Sportszene eine feste Grösse ist.

Traditionell stellten die Schülerkategorien die grössten Felder. Immer wieder ein farbenfrohes Bild, wenn die Jüngsten mit grossem Eifer davon rasen. Schliesslich wollen die Kinder den mitfiebernden Mamis und Papis etwas zeigen. Die gelegentlich vergossenen Tränen im Ziel der 1150 Meter langen Runde wichen aber bald einmal der Freude und dem Stolz, denn als Belohnung gabs für alle eine prächtige Medaille.

Die grosse Musik an diesem schwülwarmen Abend spielten indes die Topathleten über 4,6 Kilometer in der Kategorie «Stedtliläufer» sowie die alles überragenden Ahmed El Jaddar und Simone Hertenstein auf der 11,7 Kilometer Aussenstrecke.

Dritter Liestaler Sieg in Serie von Elena Eichenberger

Mit dem 33-jährigen OL-Internationalen Andreas Rüedlinger aus Winterthur gewann ein ausgewiesener Athlet die 4,6 Kilometer lange Kurzstrecke. Dies aber nur vier Sekunden vor dem 14 Jahre jüngeren Liestaler Melvin Marti.

Noch knapper die Entscheidung im Frauenrennen dieser Kategorie. Elena Eichenberger aus Langenthal distanzierte die zweitplatzierte Liestalerin Merline Roth bloss um knapp drei Sekunden. Das war ihr dritter Liestaler Sieg in Serie.

Der grosse Murks dann zum Abschluss auf der 11,7 Kilometer langen Aussenstrecke, die zweimal hinaus ins Oristal führte. Auf dieser wurden die knapp 180 Läuferinnen und Läufer von einem wolkenbruchartigen Gewitter erfasst, wie es in der 35-jährigen Geschichte des Stadtlaufs wohl nie vorkam.

Ahmed El Jaddar mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten

Das hinderte die 41-jährige Liestalerin Simone Hertenstein aber nicht daran, zum fünften Mal in Serie zu gewinnen, und das souverän 1:25 Minuten vor Andrea Dürrenberger aus Binningen. «Mit zunehmendem Alter verbessere ich die Qualität meines Trainings, insbesondere im Kraftbereich», analysierte Hertenstein ihr Erfolgsrezept.

Im Männerrennen blieb Vorjahressieger David Keller ohne Chance. Der Basler Ahmed El Jaddar zermürbte ihn in der guten Zeit von 39:29 Minuten mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten. Es war ein bestechender Start-Ziel-Sieg.