Unikat

Viertes Standbein für Liestals «Ménage à trois»

Unter dem Dach des Liestaler Dichter- und Stadtmuseums mit angehängten Tourismus-Information und Antiquariat gibt es jetzt auch noch eine Buchhandlung.

Andreas Hirsbrunner
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Peter Graf ist Dreh- und Angelpunkt an der Rathausstrasse 30.

Peter Graf ist Dreh- und Angelpunkt an der Rathausstrasse 30.

Juri Junkov/Fotograf

Wo existiert so etwas sonst noch? An zentralster Lage sind in Liestal ein Museum, ein Bücherantiquariat, eine Tourismus-Anlaufstelle und neustens noch eine Buchhandlung unter einem Dach vereint. Und wie um das Ganze noch spezieller zu machen: Dreh- und Angelpunkt ist ein Psychiater. Dieser heisst Peter Graf und führt neben seiner Praxis seit 14 Jahren das einzigartige Konglomerat an der Rathausstrasse.

Eröffnung

Das «Poetenäscht» lädt am Freitag um 17 Uhr zu einem öffentlichen Apéro in der neuen Buchhandlung an der Rathausstrasse 30 ein.

Er will «Lüdin-Loch» füllen

Bleibt Grafs eigener Betrieb, das «Poetenäscht». Dieses bestand bis anhin aus einem auf zwei Stockwerke verteilten Bücherantiquariat mit den Schwerpunkten Literatur, Kinderbücher, Märchen und Mythologie, Publikationen aller Art zum Baselbiet und Psychologie. Jetzt hat Graf das Antiquariat etwas ausgedünnt, um Platz zu schaffen für sein neustes Standbein, den Handel mit aktuellen Büchern, allem voran Reise- und Wanderliteratur inklusive Kartenmaterial. Wieso das? Seit der Schliessung der Buchhandlung Lüdin sei er von Kunden wiederholt darauf angesprochen worden, ob er nicht in die Lücke springen könne, erklärt Graf. Und er ergänzt: «Ich denke, der Buchhandel passt sehr gut in unser Haus. Denn neue Bücher sind wie die äusserste Erdkruste und die alten der grosse Innenteil.» Graf versucht, die andern Buchhandlungen in Liestal nicht zu stark zu konkurrenzieren und verzichtet zum Beispiel auf Kinderbücher. Und bei der Belletristik setzt er vor allem auf Baselbieter und neue Schweizer Literatur.

Sein Ziel sei, seinem künftigen Nachfolger ein Geschäft zu übergeben, das bestehen könne; dazu trage der neu aufgebaute Buchhandel bei. Noch aber denkt Graf, obwohl doch schon 68 Jahre alt und derzeit zusammen mit seiner Psychiatrie-Praxis über 100 Prozent im Einsatz, nicht daran aufzuhören: «Ich bin immer noch mit ganz viel Spass dabei.»

Zur «Ménage à trois», wie Graf die Zusammenarbeit mit Dichter- und Stadtmuseum sowie den Tourismus-Organisationen nennt, meint er: «Das ist eine ausgesprochene Win-win-Situation, denn man könnte nichts von allem alleine betreiben. Zusammen funktioniert es aber.» Ähnlich tönt es auch von den beiden Partnern. Daniel Spinnler, Stiftungsratspräsident des Dichter- und Stadtmuseums, sagt: «Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, und man hilft sich gegenseitig aus. Auch inhaltlich macht das Ganze Sinn, inklusive der neuen Buchhandlung.» Und Hans Riesen, Präsident von Liestal Tourismus, doppelt nach: «Diese Zusammenarbeit ist ideal und eine gegenseitige Bereicherung.»