Landwirtschaft
Viel Widerstand: Kanton Baselland soll den Arxhof nicht verkaufen

Der Kanton Baselland ist auf Sparkurs. Aus diesem Grund prüft er den Verkauf des in Kantonsbesitz stehenden Gutsbetrieb Arxhof. Doch bereits die Prüfung den Gutsbetrieb zu verkaufen, stösst auf viel Widerstand.

Michael Nittnaus
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Der Gutsbetrieb Arxhof in Niederdorf liegt direkt neben dem Massnahmenzentrum (links).

Der Gutsbetrieb Arxhof in Niederdorf liegt direkt neben dem Massnahmenzentrum (links).

Roland Schmid

Humbel-Pächter ist Favorit

Im Gegensatz zum Gutsbetrieb Arxhof sind die Pläne des Kantons beim Hofgut Humbel in Waldenburg schon deutlich weiter. Auf Anfrage bestätigt Torsten Schrodt vom Baselbieter Hochbauamt, dass der Kanton den Verkauf anstrebe.

Und Pächter Daniel Arn, der gegenüber der bz bereits sein starkes Interesse offenlegte, darf sich freuen: «Die Familie Arn muss sich keine Sorgen machen. Der Pächter hat ein Vorkaufsrecht, und auch aus unserer Sicht wäre das für alle die beste Lösung», sagt Schrodt.

Damit könnte sich ein Kreis schliessen. Denn das Hofgut war bis vor 30 Jahren noch im Familienbesitz der Arns. Und der Kanton hatte es damals nur gekauft, um der Familie finanziell zu helfen.

Arxhof könnte nicht expandieren

«Man lässt die Pächter im luftleeren Raum hängen. Das ist nicht fair», sagt Weber. Schon seit Jahren lasse man sie im Unklaren, was man mit den im Kantonsbesitz verbliebenen Höfen beabsichtigt. Immerhin stünde die Existenz der Bauernfamilien auf dem Spiel. Tatsächlich: Nur für Wildenstein und den Ebenrain existieren ausformulierte Strategien. Stefan Weber fordert: «Das braucht es endlich auch für Humbel und Arxhof.» In einer Antwort auf eine Interpellation von Grünen-Landrat Stephan Grossenbacher erklärt der Regierungsrat allerdings bloss, dass er erst ein Betriebskonzept erarbeiten werde, falls man sich gegen einen Verkauf der beiden Höfe entscheide. Und der endgültige Entscheid stehe eben noch aus.

Während Weber den Verkauf des Hofguts Humbel, das keine übergeordnete kantonale Aufgabe erfüllt, absolut nachvollziehen kann, wehrt er sich beim Arxhof explizit dagegen. Dies aus zwei Gründen: Zum einen könne man heute nicht sagen, ob das Hofgut dereinst nicht wieder stärker mit dem direkt angrenzenden Massnahmenzentrum für junge Erwachsene zusammenarbeiten wird - dies etwa für Lehrstellen oder therapeutische Arbeit mit Tieren. Und zum anderen sollte sich eine Institution wie das Massnahmenzentrum die Möglichkeit, zu expandieren, nicht nehmen lassen.

Publikum ist nicht erwünscht

Dies sieht auch Pächter Thomann so. Gegenüber der bz gibt er sich zurückhaltend, was einen möglichen Kauf angeht: «Der Kanton würde sich mit einem Verkauf ins eigene Fleisch schneiden.» Deutlicher wird Renato Rossi, der das Massnahmenzentrum noch bis zu seiner Pensionierung Ende Januar leitet: «Ich bin sehr skeptisch. Kauft ein Bauer den Hof, kann er damit machen, was er will. Ein Ponyhof oder Schlafen im Stroh etwa fände ich problematisch.» Dies wegen der Nähe zur Anstalt. «Ich will meine Bewohner ja nicht dämonisieren, aber es wäre ein gewisses Risiko», so Rossi.

Zudem nutze man mit den Zufahrtswegen eine gemeinsame Infrastruktur. Auch sein Veto-Recht für die Entwicklung des Gutsbetriebs müsste Rossi abgeben. Er werde deshalb seine Haltung nochmals bei Sicherheitsdirektor Isaac Reber deponieren.

Auch Weber möchte das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen. «Ich staune schon, was man für eine kurzfristige Sparübung opfert.» Torsten Schrodt von der Immobilienverwaltung des Hochbauamts versucht derweil, die Wogen zu glätten: «Die Pläne für den Arxhof sind noch in den Anfängen, ein Verkauf nur eine Option. Natürlich klären wir noch mit dem neuen Leiter des Massnahmenzentrums, Ursicin Poltera, dann ab, was seine Vorstellungen sind.»