Reinach
Schüler dürfen sich auf einen attraktiven Schulhof freuen

Das Schulhaus Bachmatten in Reinach und der künstlerisch hochwertig gestaltete Pausenhof wurden als Einheit konzipiert. Der Pausenhof wurde in der Folge verändert. Nach abgeschlossener Restaurierung ist er wieder zu einem attraktiven Ort geworden.

Rudolf Suter (Text und Fotos)
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Der Pausenhof erstrahlt wieder in der alten Farbigkeit. Die Wandmalerei von Armin Hofmann korrespondiert mit der kleinen Skulptur von Hans Arp.

Der Pausenhof erstrahlt wieder in der alten Farbigkeit. Die Wandmalerei von Armin Hofmann korrespondiert mit der kleinen Skulptur von Hans Arp.

Dem Schulhausbau von 1967 lag die pädagogische Idee zugrunde, die Schüler für die bildende Kunst zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck lud der Basler Architekt Hans Peter Baur verschiedene Künstler zur Gestaltung des Pausenhofes ein. Armin Hofmann, damals Lehrer an der Kunstgewerbeschule Basel, schuf eine Sitzpyramide, drei Mauerreliefs und alle Wandmalereien.

Hans Arp steuerte das auf eine hohe Stele gesetzte «Waldrad II» aus Kalkstein und die jetzt im Innern des Schulhauses aufgestellte «Opfervase» aus Bronze bei. Vom Tessiner Bildhauer Pierino Selmoni stammt der vulkanartige Brunnen am Eingang zum Schulhof.

Der vulkanähnliche Brunnen von Pierino Selmoni wurde gemeinsam mit der Anlage konzipiert

Der vulkanähnliche Brunnen von Pierino Selmoni wurde gemeinsam mit der Anlage konzipiert

Diese Kunstwerke wurden nach Ende der Bauarbeiten dem Gebäude nicht bloss hinzugefügt, sondern sie wurden von Anfang an mitgeplant. Sie wurden in Form von Holz- und Styropormodellen in Originalgrösse getestet, sodass eine Einheit von Kunst und Architektur entstand.

Malereien erneuert

Zu diesem Gesamtkunstwerk gehörte ein Wasserbecken neben der Sitzpyramide, das die formale Umkehrung der Letzteren darstellte. Mit der Begründung, sie seien zu unsicher, wurde diese Vertiefung später zugeschüttet. Auch der Zahn der Zeit nagte an den Kunstwerken.

In den letzten Jahren wurde das Schulhaus umgebaut und saniert. Auch der Pausenhof wurde restauriert. Aufgrund von alten Fotografien, die den ursprünglichen Zustand zeigen, und in Kontakt mit Armin Hofmann wurden die Malereien erneuert.

Die Mauerskulptur von Armin Hofmann nimmt die Formensprache seiner Wandmalerei auf.

Die Mauerskulptur von Armin Hofmann nimmt die Formensprache seiner Wandmalerei auf.

Nach der Restaurierung ist der einheitliche Charakter der künstlerischen Gestaltung wieder sichtbar. Von der Ecke Egertenstrasse/Lochackerstrasse aus bietet sich ein Blick auf hintereinander gestaffelte Horizontalen, die kadenzartig aufsteigen: zunächst eine Treppe, links davon eine quer gelagerte Mauer, dahinter die bemalte Sitzpyramide und die bemalte Mauer, schliesslich die Ostwand der Aula und daneben die Stockwerkunterteilung des Hauptbaues, die die nach oben führenden Sprünge aufnimmt.

Werke sind miteinander verbunden

Obwohl Arp das «Waldrad» bereits 1961 und unabhängig von diesem Ort geschaffen hat, fügt es sich aufgrund der formalen Korrespondenzen zwischen ihm und den von Hofmann geschaffenen Mauerreliefs und Malereien in die Gesamtanlage ein. Die Werke sind durch abstrakte positive und negative bzw. leere Formen, Diagonalen sowie rund und geradlinig begrenzte Konturen miteinander verbunden.

Zur Wiedereröffnung des Schulhauses kreierten die Schüler bunte Bänder, die vom Dach herunterhängen und sich farblich in das Bild einfügen. Die wohltuende Farbigkeit, die auf dem Pausenhof entfaltet wird, würde man sich in der formbetonten Schulhausarchitektur häufiger wünschen.

Rudolf Suter arbeitet als freischaffender Kunsthistoriker, Kunstkritiker und Kunstvermittler in Basel. Er schrieb eine Dissertation über Hans Arp, die 2007 erschienen ist.

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