Füllinsdorf

Projekt «3plus» erleichtert den Start in die Schule

Seit fünf Jahren gibt es in Füllinsdorf ein Programm, das Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund den Start in die Schule erleichtern soll. Es handelt sich dabei um das Projekt «3plus»; eine Sprachlerngruppe für fremdsprachige Kinder.

Fabio Halbeisen
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Vorschulische Angebote wie Kindertagesstätten sollen besser vernetzt werden. az Archiv

Vorschulische Angebote wie Kindertagesstätten sollen besser vernetzt werden. az Archiv

«Ziel dieses Projekts ist es, dass die Kinder im Kindergarten bereits ein wenig Deutsch können», erklärt die Füllinsdörfer Gemeinderätin Karin Thommen. Dieses Programm ermöglichte der Gemeinde die Teilnahme an einem weiteren Projekt mit dem Ziel, fremdsprachigen Kindern den Start in Kindergarten und Schule zu erleichtern. Seit Herbst 2010 beteiligt sich Füllinsdorf am Projekt «Auf gutem Weg in die Schule - frühe Sprachbildung lokal entwickeln FSL».

Bildungsangebot geprüft

Im Rahmen dieses Projekts wird das Bildungsangebot für Kinder bis sechs Jahre in vier Gemeinden der Deutschschweiz untersucht, koordiniert und weiterentwickelt. Das Projekt wird durch den Bund, die Kantone und Gemeinden unterstützt und von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich durchgeführt. «Unser Projekt richtet sich an Gemeinden mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Familien mit Migrationshintergrund», erklärt der Projektleiter Dieter Isler.

Die Grundidee liege darin, vorschulische Angebote wie Spielgruppen, Kindertagesstätten, die Mütter-VäterBeratung oder die Gemeindebibliothek stärker miteinander zu vernetzen. Zudem wolle man diese Angebote mit dem Kindergarten in Kontakt bringen, um so den Übertritt zu erleichtern. «Wir wollen unser Bildungswesen fremdsprachigen Familien vertraut machen», meint Isler. Denn nicht nur die Fremdsprache, auch das unbekannte Schulsystem sei oftmals eine Hürde für solche Familien. «Die soziale Herkunft spielt letztlich eine grössere Rolle für den Bildungserfolg.»

Zwei Entwicklungsmassnahmen

In Füllinsdorf wurde im ersten Projektjahr unter Einbezug verschiedener Institutionen und Elterngruppen eine Standortbestimmung durchgeführt und somit den Istzustand festgehalten. Danach wurden Empfehlungen formuliert, wie man die Angebote optimieren könnte. Auf der Grundlage dieser Einschätzungen wurden zwei Entwicklungsmassnahmen beschlossen, die nun im zweiten Projektjahr umgesetzt werden: eine Informationsveranstaltung für Eltern zum Thema sprachliche Bildung und eine gemeinsame Weiterbildung von Kindergartenlehrkräften und Spielgruppenleiterinnen.

Die Elternveranstaltung findet morgen Samstag statt. Die Veranstalter rechnen mit 40 Teilnehmenden. «Wir hätten uns mehr Anmeldungen erhofft», meint Thommen. Sie weiss: Wenn die Eltern solche Angebote nicht wahrnehmen, machen sie ihren Kindern keinen Gefallen. «Die Eltern müssen sich bewusst werden, dass auch sie ihren Teil dazu beitragen müssen.» Claudia Neugebauer von der Pädagogischen Hochschule Zürich sieht jedoch das Positive: «Es freut uns, dass wir den Anlass mit Unterstützung von drei Vätern von mehrsprachig aufwachsenden Kindern in der Gemeinde durchführen können.»