Personalnot
Zu viele kranke Chauffeure: Wie die regionalen Verkehrsunternehmen mit den Ausfällen umgehen

Chauffeure fallen krankheitsbedingt aus. Bei den BVB kam es zu Tramausfällen. Bei Postauto mussten Chefs ihr Pult verlassen und sich hinters Steuer setzen. Die BLT ist auf externes Personal angewiesen.

Rahel Zimmermann 1 Kommentar
Drucken
Auch die BLT kämpft mit Personalengpässen.

Auch die BLT kämpft mit Personalengpässen.

Martin Toengi

Auf dem Online-Fahrplan steht, dass das nächste Tram in sieben Minuten kommen wird. Doch an der Haltestelle wird klar: Es wird nicht kommen. Das Tram fällt aus.

Situationen wie diese dürften alle kennen. Denn bereits seit mehreren Wochen haben die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) ein Problem: Wegen kranken Personals fallen Trams und Busse aus. Wie die bz berichtete, sind beispielsweise am Samstag vor zwei Wochen 68 Dienstteile ausgesetzt worden. Das heisst, bestimmte Abschnitte einzelner Tramlinien wurden vorübergehend nicht bedient. Auch einige Busse fielen aus.

Mediensprecher Benjamin Schmid sagte gegenüber der bz: «Man muss das auch in den Gesamtzusammenhang stellen. Es sind an Spitzentagen rund zwei Prozent der Verbindungen, die ausfallen. Und es ist auch dann nicht so, dass jedes zweite Tram oder jeder zweite Bus nicht fährt.»

Nichtsdestotrotz hätten die BVB ein Problem, sagte Direktor Bruno Stehrenberger. Im Moment würden regelmässig 60 bis 70 Personen fehlen. Teilweise würden bis zu 100 Personen ausfallen. Normal seien etwa 35 krankheitsbedingte Ausfälle pro Tag. Bleibt das Problem weiterhin bestehen, werde entweder auf eine punktuelle Ausdünnung des Angebots gesetzt. Oder aber es komme zu einer «grossflächigen Fahrplanausdünnung».

Auch die BLT kämpft gegen Personalnot

Ähnlich geht es der Baselland Transport AG (BLT). Wie «Prime News» am Dienstag berichtet, kämpft auch die BLT mit Engpässen. BLT-Vizedirektor Fredi Schödler sagt gegenüber dem Medium:

«Wir haben beim Fahrdienstpersonal momentan mehr Ausfälle als normalerweise in dieser Jahreszeit.»

Doch anders als bei den BVB sei es noch zu keinen Kursausfällen gekommen. Schödler sagt: «Das ist insbesondere unseren Mitarbeitenden zu verdanken, die bereit sind, eine Extrameile zu gehen.» Die Grenzen der Belastbarkeit seien aber langsam erreicht.

Eine Ausdünnung des Fahrplans sei zwar Thema, aber zurzeit noch nicht notwendig. Die BLT hat andere Massnahmen getroffen: Billettkontrollen wurden an Externe ausgelagert. Temporär angestellte Chauffeure, die bislang auf der Ersatzbusroute nach Waldenburg fuhren, werden anderweitig eingesetzt.

Keine Ausfälle bei Postauto

Bei Postauto ist die Situation weniger gravierend. Die Anzahl krankheitsbedingter Abwesenheiten sei nicht ausserordentlich. Mediensprecherin Katharina Merkle sagt:

«Der Betrieb kann normal aufrechterhalten werden.»

Falls es aber doch zu Personalausfällen kommt, kann Postauto auf Aushilfen zurückgreifen. Beispielsweise müssten Mitarbeitende einspringen, die normalerweise im Büro arbeiten, aber einen geeigneten Fahrausweis besitzen. «Chefs mussten auch schon das Pult verlassen und sich hinters Steuer setzen», sagt Merkle.

1 Kommentar