Trinkwasser

Notleitung soll bei Hochwasser Versorgung sichern

Die Transitleitung Birstal ist eine 13 Millionen Franken teure Notwasserleitung, welche die Trinkwasserversorgung im Baselbiet selbst bei Überschwemmungen wie 2007 sicherstellen soll.

Joël Hoffmann
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Beim Hochwasser 2007 mussten Tankwagen Trinkwasser ins Baselbiet liefern. Mit der Not-Transitleitung wäre dies nicht mehr nötig.

Beim Hochwasser 2007 mussten Tankwagen Trinkwasser ins Baselbiet liefern. Mit der Not-Transitleitung wäre dies nicht mehr nötig.

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«Die Transitleitung Birstal ist ein Generationenprojekt», sagt Peter Leuthardt, Leiter Wasserwerk Reinach und Umgebung (WWR). Eine 13 Millionen Franken teure Notwasserleitung, welche die Trinkwasserversorgung im Baselbiet selbst bei Überschwemmungen wie 2007 sicherstellen soll. Damals wurden Pumpwerke überflutet – zum Teil mussten Tanklastwagen Trinkwasser in die Baselbieter Gemeinden bringen.

2007 hat gezeigt, dass einerseits die Gemeinden ihr Trinkwasser nicht nur aus einer Quelle beziehen sollen, und andererseits, dass die bestehende Notleitung mit den Industriellen Werken Basel zu wenig Leistung bringt.

Damals kam die Idee auf, eine Notleitung fürs Birstal zu realisieren. Das Wasser käme dann von der Hardwasser AG. 2010 begann die Planung unter der Leitung von WWR-Chef Leuthardt, der auch im Verwaltungsrat der Hardwasser AG sitzt.

Leitung wurde immer teurer

Nach einigen Hürden steht nun das definitive Projekt fest. Am 19. Dezember wird die WWR-Verwaltungskommission (die Delegierten der angeschlossenen Gemeinden) entscheiden, ob die Transitleitung Birstal definitiv gebaut werden kann.

Der fünfköpfige Verwaltungsausschuss (Verwaltungsrat) hat das Projekt der Planungsgruppe bereits durchgewunken. Das ist ein Durchbruch, musste doch die Planungsgruppe wegen Widerstand einzelner Gemeinden immer wieder neue Varianten erarbeiten:

Variante 1: Die Notleitung nutzt bestehende Leitungen in Birsfelden und Münchenstein. Gebaut werden müsste nur ein Verbindungsstück von einem Kilometer Länge. Kosten: 5,5 Millionen Franken. Die Leitung funktioniert nur im Dauerbetrieb, doch die zwei Gemeinden wollten Hardwasser wegen der nahen Deponie Feldreben nur im Notfall beziehen.

Variante 2: Neue Leitung von Hardwasser nach Münchenstein. Länge: 2,7 Kilometer. Kosten: 8 Millionen Franken. Betrieb nur bei Notlage. «Die Leitung hätte man immer wieder spülen müssen, damit bei einer Notlage qualitativ gutes Trinkwasser garantiert wäre. Das hätte ökonomisch auch keinen Sinn gemacht. Wir wollten den Dauerbetrieb», sagt Leuthardt. Variante 2 scheiterte 2012 an Münchenstein.

Aktuelle Variante: Komplett neue Leitung vom St. Jakob bis Arlesheim/Reinach. Länge: 4,6 Kilometer. Kosten: 13 Millionen Franken. Birsfeldens und Münchensteins Wunsch wurde respektiert. Hardwasser könnte im Notfall in beide Gemeinden geleitet werden.

Wasserpreis bleibt gleich

Das WWR bezahlt 10 bis 11 Millionen Franken. 50 Prozent davon sind Rückstellungen. Für die andere Hälfte nimmt das bis jetzt unverschuldete WWR einen Kredit auf. Die restlichen drei Millionen stemmen Arlesheim und der Zweckverband Aesch, Pfeffingen, Dornach. Baubeginn wäre 2015. 2016 soll die Leitung fertig sein und eine Million Kubikmeter Hardwasser im Jahr beziehen. «Für den Konsumenten bleibt der Wasserpreis gleich», versichert Leuthardt.

Im Notfall kann die Transitleitung Birstal den gesamten Trinkwasserbedarf des Birstals decken. Und Leuthardt betont: «Mit dieser Transitleitung können sich die drei regionalen Wasserversorger gegenseitig aushelfen. Die Transitleitung wäre auch eine Notfallleitung für Basel-Stadt.»