«Vo Schönebuech...»
Laufental wird im Baselbieterlied ignoriert

CVP-Landrätin Brigitte Bos fordert, dass der Bezirk Laufen 20 Jahre nach dem Kantonsanschluss in die Baselbieter Hymne aufgenommen wird.

Isabelle Strub
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Auch im Landrat wirds gesungen: Das Baselbieterlied.

Auch im Landrat wirds gesungen: Das Baselbieterlied.

Michael Nittnaus

«Vo Schönebuech bis Ammel...»: Schon nach der ersten Zeile ist klar, um welches Lied es sich handelt. Gerade in den letzten Wochen wurde das Baselbieterlied im Zusammenhang mit der Fusionsabstimmung oft angestimmt. Es ist dabei für alle selbstverständlich, dass man mit «Vo Schönebuech...» beginnt. Für alle? Nicht ganz: Vor allem im Laufental, das seit 20 Jahren zum Kanton Baselland gehört, sehen es einige gar nicht gerne, dass der fünfte Bezirk im Baselbieterlied mit keinem einzigen Wort erwähnt wird.

Besonders die in Laufen wohnhafte CVP-Landrätin Brigitte Bos setzt sich für eine Ergänzung des Baselbieterlieds ein, in der das Laufental berücksichtigt wird. Übermorgen Donnerstag reicht sie im Baselbieter Landrat dazu ein Postulat ein. Laut Bos soll in der ersten Strophe nicht von «Schönenbuch» gesungen werden, sondern von «Roggenburg»: Schliesslich liege die Kleingemeinde im äussersten Zipfel des Laufentals eindeutlich westlicher als Schönenbuch.

Bereits vor zehn Jahren – damals war Bos noch Gemeinderätin in Laufen – stellte sie eine Anfrage an den damaligen Regierungspräsidenten Erich Straumann (SVP). Der Dittinger Kurt Schmidlin hatte hierzu zwei Varianten einer zusätzlichen Strophe verfasst, die das Laufental im Baselbieterlied miteinbezieht. Die Anfrage wurde in den folgenden Jahren nicht weiterverfolgt.

Altes Anliegen aufgefrischt

«Das war für mich auch nicht weiter tragisch», sagt Bos. «Ich wollte auch nicht beim Regierungsrat ‹stürmen›.» Zudem verstarb Schmidlin kurz nach der Eingabe, was für Bos ein Grund dafür war, nicht auf eine sofortige Umsetzung zu drängen.

Nun – zehn Jahre nach ihrem letzten Vorstoss – frischt die ehemalige Laufner Stadtpräsidentin mit dem Postulat ihr Anliegen wieder auf. «Nach der Fusionsabstimmung ist dafür ein guter Zeitpunkt», meint sie. Bos weiss, dass der Kanton weit grössere Probleme zu bewältigen hat; sie will denn auch «keine Riesensache daraus machen.» Dennoch: Das Baselbieterlied stimme so nicht mehr ganz. Bos findet, dass man das Lied zumindest so anpassen sollte, dass eine neue Strophe angefügt oder textlich angepasst wird.

Wie die Regierung mit ihrem Anliegen umgehe, lässt Bos offen. «Ein Wunschtermin für das ergänzte oder gar etwas abgeänderte Baselbieterlied ist für mich in spätestens fünf Jahren.» Dann würde das Laufental ein Vierteljahrhundert zum Baselbiet gehören. Speziell würde sich die CVP-Landrätin freuen, wenn man schon bald das «neue» Baselbieterlied an Schulen im ganzen Kanton lehren würde. «So könnten sich insbesondere die Laufentaler Schüler früh mit dem Baselbiet identifizieren.» (STU)

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