Forstarbeit
Im Kaltbrunnental müssen Bäume weichen

Die steigenden Besucherzahlen haben Folgen: Zur Sicherheit wurden viele Eschen gefällt.

Gini Minonzio
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Bäume müssen weichen. (Symbolbild)

Bäume müssen weichen. (Symbolbild)

Dem Kaltbrunnental wird seine grosse Beliebtheit zum Verhängnis. Die Besucherinnen und Besucher des höhlenreichen Tals nehmen stetig zu. Um die Gefahr von herunterfallenden Ästen zu verringern, wurden entlang des Wanderweges etliche Bäume gefällt.

Der Werkeigentümer hafte, wenn über dem Weg ein Ast runterfalle und jemanden verletze, erklärte Markus Schmidlin, Förster des Forstreviers Unteres Laufental, bei einer Begehung vor Ort. Im Kaltbrunnental sei die Lage speziell heikel, weil sich immer mehr Schulklassen und Wanderer darin aufhielten. Bei jedem Baum berichtete er, wieso dieser gefällt werden muss. Dran glauben müssen vor allem Eschen, die schon verdorrte Äste hatten. Manchen sah man bereits von Weitem an, dass sie ernsthaft krank waren.

Vor wenigen Tagen wurden auf zwei Hektaren rund 300 Bäume abgeholzt. Bereits abgestorbene Bäume, die nicht auf den Weg fallen können, liess Schmidlin hingegen stehen. Das stehende Totholz sei wertvoll, da sehr viele Insekten und damit auch Vögel davon leben.

Einwohnergemeinde ist für den Unterhalt zuständig

Der grösste Teil der abgeholzten Bäume wird zu Energieholz. Markus Schmidlin schätzt, dass die Holzerei unter dem Strich rund 5000 Franken kosten wird. Auf Brislacher Seite gehört das Kaltbrunnental an dieser Stelle der Burgerkorporation, die auch für den Weg haftbar ist. Da es sich aber um einen offiziellen Wanderweg handelt, ist die Einwohnergemeinde für den Unterhalt zuständig. Während die Burgerkorporation das Holz gratis abgibt, wird die Einwohnergemeinde das Defizit der Sicherheitsholzerei tragen.

«Oberstes Ziel bei diesem Holzschlag ist die Sicherheit», erklärt Schmidlin. Mit der resultierenden Verjüngung wolle er einen möglichst stabilen nachhaltigen Wald anstreben. Schmidlin hat vor, in der Schlucht vor allem Weisstannen und Ahorn zu fördern. Er möchte einen Hirschzungen-Ahornwald fördern, der in der Schweiz als sehr selten gilt. Im Betriebsplan des Forstreviers Unteres Laufental ist die Flanke denn auch als Naturschutzgebiet ausgeschieden. Doch die Hauptfunktion des Waldstückes sei die Erholung.

Es gibt Personen, welche die Entwicklung im Tal kritisch beobachten. Einer davon ist der Himmelrieder Hans Neijt: «Das Kaltbrunnental war vor Jahrzehnten noch ein wild romantisches Tal», erinnert er sich. Doch dann sei es immer beliebter geworden. Parkierte Autos und die vielen Feuerstellen, wo rundherum alle Pflanzen zertrampelt seien, trübten den Genuss. Und nun müssten für die Sicherheit all der Besucher so viele Bäume gefällt werden!

Wie weit müsse man gehen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten? Und dies in einem Naturschutzgebiet, welches langsam zum Erlebnispark werde?, fragt sich Neijt. «Das Kaltbrunnental ist eine Gratwanderung zwischen Schutz vor und von uns Menschen.»